Sassuolo kassiert derby-dämpfer und bleibt auf rang neun festgenagelt

Der Traum von der Europa-League rückt in weite Ferne: Sassuolo verlor das Emilia-Derby gegen Bologna mit 0:1 und klebt mit 38 Zählern auf dem neunten Platz der Serie A. Thijs Dallinga hämmerte den Ball nach sechs Minuten unter die Latte – das reichte, um Fabio Grossos Team in die Schranken zu verweisen.

Dallingas frühtreffer lässt sassuolo wachsen – aber nur kurz

Die Schwarz-Grünen starten furios, kombinieren sich in der Anfangsphase drei hochkarätige Chancen heraus. Doch einmal mehr fehlt die Killer-Instinkt im Strafraum. Bologna dagegen benötigt nur eine halbe Gelegenheit, um die Partie auf den Kopf zu stellen. Dallinga nimmt einen abgefälschten Ball volley, Gianluca Pegolo ist chancenlos – 0:1. Was folgt, ist ein offener Schlagabtausch, der jedoch an Effizienz mangelt.

Grosso wechselt zur Pause auf 4-2-3-1 um, schickt Bajrami und Thorstvedt frisches Tempo in die Partie. Die Statistik spricht für Sassuolo: 62 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüsse, fünf Eckbälle mehr. Die Wahrheit steht jedoch auf der Anzeigetafel: kein Tor. Bologna verteidigt kompakt, wirft sich in jeden Ball und kontert nur noch, um Zeit zu schinden.

38 Punkte reichen nicht – mittelfeld-klasse versickert im finalen drittel

38 Punkte reichen nicht – mittelfeld-klasse versickert im finalen drittel

Matheus Henrique und Kristian Thorstvedt bestimmen das Zentrum, gewinnen 56 Prozent der Zweikämpfe, spielen 87 Prozent ihrer Pässe an den Mann. Doch all die schönen Vorstöße enden im Nirgendwo. Allein Andrea Pinamonti vergibt drei Mal die Führung aus aussichtsreicher Position. Die Kurve im Mapei-Stadium schweigt, die Spieler sinken nach Abpfiff auf den Rasen – sie wissen: die Saison droht zu verpuffen.

Der Blick auf die Tabelle tut ein Übriges: Sechs Punkte fehlen zur Conference-League, acht zur Champions-League-Quali. Mit noch neun Spieltagen wird die Rechnung knallhart. Sassuolo besitzt zwar das jüngste Kader der Liga (Durchschnittsalter 24,3 Jahre), doch Jugend allein versiegt, wenn sie keine Punkte einfährt. Die nächsten Gegner: Atalanta, Lazio, Milan. Derzeit wirkt jedes Spiel wie ein Endspiel.

Fabio Grosso betont nach der Partie, man „eine positive Saison“ spiele und das Mittelfeld „eine echte Stärke“ sei. Worte, die angesichts der Tabelle wie Salz in die Wunde klingen. Denn die Serie A ist kein Schönheitsparcours, sondern ein Ergebnisgeschäft. Und dieses Ergebnis nagt an den Nerven der Fans: seit acht Heimspielen keine Serie-A-Nullnummer mehr, seit fünf Derbys in Folge ohne Sieg.

Die Realität ist gnadenlos: Wer nicht trifft, rutscht ab. Sassuolo muss jetzt treffen – sonst wird aus der unbefriedigenden Neunten am Ende ein erbärmlicher Mittelmaß. Die Uhr tickt. Die Konkurrenten gewinnen. Und die Tabelle lügt nie.