Sanse verlegt heimspiele nach anoeta und zündet turbo für aufstiegsrennen
Die Real Sociedad B zieht um – und das mitten in der Saison. Ab dem Dienstagsspiel gegen Eibar empfängt das Team in Anoeta statt im 4.000-Plätze-Kleinformat von Zubieta. Grund: Die Gegner bringen busweise Fans, und die Punkte sind zu wertvoll, um sie vor halbleeren Rängen zu verspielen.
Der erste test heißt eibar – und kommt zur besten stunde
Die Basken sind seit sieben Spielen ungeschlagen, holten 17 von 21 möglichen Punkten. Mit 40 Zählern haben sie neun Punkte Vorsprung auf den Abstieg und zehn Rückstand auf die Play-off-Ränge. Genau diese Lücke will Trainer Imanol Idiakez mit der neuen Kulisse schließen. „Wenn die Tribüne pfeift, laufen wir schneller“, sagte Kapitän Jon Karrikaburu nach dem 3:0 in Huesca. Nun bekommt er 32.000 statt 4.000 Zuschauer als Lautsprecher.
Die letzte Partie in Anoeta bestrich Sanse am 12. Februar gegen Málaga – 2:1, mit zwei Toren nach Standards. Dieselbe Marschroute plant Idiakez für die restlichen vier Heimspiele gegen Racing Santander, Burgos, Mirandés und Cultural Leonesa. Alle vier Klubs reisen mit großen Fanlagern an, was das Kalkül offenlegt: Je mehr Gegner-Anhänger kommen, desto mehr Tickets fliegen über den Seitenrand auch an Sanse-Fans – und desto lauter wird die Eigendynamik.

Mehr platz, mehr druck, mehr punkte?
Der Umzug ist kein PR-Gag, sondern Antwort auf eine klare Statistik: In Zubieta holte Sanse 1,38 Punkte pro Spiel, in Anoeta 2,0. Die Daten stammen aus nur fünf Partien, trotzdem: Der Klub reagiert auf die Tabellenlage, nicht auf die Marketingabteilung. Ein Sieg gegen Eibar würde den Vorsprung auf Platz 19 auf zwölf Punkte erhöhen und die Play-off-Zone auf sieben verkürzen. Die Saison ist noch lang, aber die Psychologie früh genug eingeschaltet.
Am Dienstag rollt der Ball um 19:00 Uhr. Die Karten sind zum Preis von 15 Euro online ausverkauft, an der Tageskasse bleibt nur noch Stehplatz. Wer nicht rechtzeitig kommt, sieht vielleicht nur noch die Rückseite des Txuri-Urdin-Logos – und verpasst, wie ein Reserve-Team plötzlich die Primera träumt.
