Sané zeigt größe: mitgefühl für karl überschattet eigenen triumph
Ein Tor, das gleichzeitig ein Stich ins Herz ist: Leroy Sané sicherte Deutschland gegen die USA den neunten Sieg in Serie, doch seine Freude wird von der schweren Verletzung Lennart Karls überschattet. Der frühere Münchner betonte, dass ihm das Schicksal des jungen Talents deutlich mehr am Herzen liege als sein eigener Vorteil.
Die bittersüße des erfolgs
„Es tut einem persönlich weh, für Lenny ist ein Traum geplatzt. Das tut mir persönlich super leid für ihn, er ist ein super Junge, ein super Fußballspieler“, erklärte Sané nach dem 2:1-Erfolg in Chicago. Er hatte den Sieg mit seinem 17. Länderspieltor in der 76. Minute besiegelt – ein Treffer, der ihm die Startelfposition auf dem rechten Flügel ermöglichte, die Karl aufgrund seiner Verletzung nicht einnehmen konnte.
Sané zeigte sich begeistert von Karls Debütsaison: „Ich habe mich riesig über seine Leistungen gefreut. Ich wünsche ihm alles Gute und hoffe, dass er sich gut regeneriert.“ Der 30-Jährige äußerte zudem, dass er keine Zweifel daran habe, dass Karl in der nächsten Saison wieder angreifen werde. „Deutschland kann froh sein, einen so guten, jungen Spieler zu haben – der wird uns noch viel Freude bereiten.“

Ein schatten der vergangenheit
Diese Worte klingen beinahe ironisch, wenn man bedenkt, dass Sané selbst eine ähnliche Situation durchlaufen hat. Nach seiner kurzfristigen Ausbootung für die WM 2018 durch Joachim Löw, kämpfte er lange um sein Comeback. Sein WM-Debüt erfolgte erst 2022, und seitdem spielte er nur vereinzelt eine Rolle bei internationalen Großereignissen.
Aber die aktuelle Situation ist anders. Sané ist nicht mehr der verspottete Außenseiter, sondern ein erfahrener Spieler, der seine Rolle im Team gefunden hat. Er scheint nun in der Lage zu sein, Mitgefühl und sportlichen Ehrgeiz zu vereinen – ein Zeichen von Reife und Führungsstärke.
Mit Blick auf die anstehenden Spiele gegen Curacao und die weiteren Gegner bei der WM drückte Sané seinen Wunsch aus, dass das Team geschlossen agiere. „Wir verstehen uns alle sehr, sehr gut, haben eine Riesenvorfreude im Team. Wir wollen und werden voll angreifen.“ Er selbst spiele dabei keine besondere Rolle, die Mannschaft stehe im Vordergrund.
Die Verletzung Karls ist ein herber Rückschlag, aber Sanés Reaktion zeigt, dass im deutschen Fußballteam mehr als nur sportlicher Ehrgeiz herrscht. Es ist eine Gemeinschaft, die einander unterstützt – selbst im Kampf um die begehrten WM-Tickets.
