Sané: matthäus kritisiert – und sieht hoffnungsschimmer

Darmstadt – Die Debatte um Leroy Sané flammt weiter, und nun schaltet sich auch Lothar Matthäus ein. Der Rekordnationalspieler hält die Kritik am Offensivspieler des FC Bayern München für teilweise gerechtfertigt, sieht aber auch Lichtblicke. Ein klares Urteil: Sané muss mehr zeigen, um die Erwartungen zu erfüllen.

Die erwartungen wurden nicht erfüllt

Matthäus ließ wenig Zweifel an seiner Meinung: „Natürlich ist das nicht das, was wir von Sané erwarten. Wir erwarten Dribblings, Abschlüsse und Tore.“ Seine Worte treffen ins Schwarze, denn Sanés Leistungen bei der WM waren bisher weit entfernt von dem, was viele Fans und Experten von ihm erwarten. Die ständige Kritik, so Matthäus, sei „teilweise zu Recht“.

Doch es gibt auch eine andere Seite der Medaille. Matthäus betonte, dass Sané „Ansätze gehabt“ und „fleißig“ sei. Er erkannte an, dass der Profi von Galatasaray „nach vorne mutig“ agiere, „aber häufig die falschen Entscheidungen trifft“. Ein Detail, das oft übersehen wird: Seine Unterstützung in der Defensive gegen die Elfenbeinküste war bemerkenswert.

Die Situation erinnert an seine Formstärke im WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (6:0), wo er seine Klasse demonstrierte. „So ein Spiel bräuchte er halt wieder, damit von außen her die Kritik verstummt“, so Matthäus.

Mehr ist möglich – auch bei anderen

Mehr ist möglich – auch bei anderen

Es ist nicht nur Sané, der noch nicht sein volles Potenzial ausgeschöpft hat. Matthäus sieht auch bei anderen DFB-Spielern wie Musiala und Wirtz Luft nach oben. „Es sind andere auch da, die bisher noch nicht ihre Leistung gebracht haben, wie wir das von ihnen erwartet haben. Bei Musiala, Wirtz und Sané ist einfach mehr möglich und dieses Mehr brauchen wir, um eben ganz weit zu kommen.“ Die Hoffnung liegt darin, dass diese Spieler ihr Stechen finden und das Team voranbringen können.

Ein weiterer positiver Aspekt ist die Entwicklung von Antonio Rüdiger, der den verletzungsbedingten Ausfall von Nico Schlotterbeck kompensiert. Matthäus lobte Rüdiger für seine Reife und Ruhe, sowohl auf dem Platz als auch in Interviews und forderte, ihm weiterhin Vertrauen zu schenken. Er hat in der Nationalmannschaft stets bewiesen, dass er sich der Aufgabe stellt.

Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Sané und die anderen DFB-Stars ihre Form finden und die Erwartungen erfüllen können. Denn wie Matthäus betont: „WM ist nicht aus Jux und Dollerei.“