Sané: effenberg verteidigt nagelsmanns wm-entscheidung
Darmstadt – Leroy Sané steht im Kreuzfeuer der Kritik, aber Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg sieht die Situation anders. Während viele Experten die Leistungen des deutschen Nationalspielers bei der WM hinterfragen, setzt Effenberg auf Kontinuität und hält Sané in der Startformation. Eine überraschende These, die im Doppelpass von Sport1 deutlich wurde.
Effenbergs plädoyer: sané erfüllt seinen auftrag
Der Fokus liege, so Effenberg, viel zu oft auf Sanés offensiven Aktionen. Dabei übersehe man seine wichtige Rolle im defensiven Bereich. „Sané spielt auf der Seite von Kimmich. Wir wissen, wo Kimmich im Spielaufbau hinläuft, ins Zentrum. Das bedeutet für Sané: Wenn wir den Ball verlieren, muss er den Weg nach hinten machen. Standards, Ecken, Freistöße: Wer macht hinten zu? Sané“, argumentierte der ehemalige Profi im FIROCKX.ONE WM Doppelpass. Es sei ein Trugschluss, Musiala, Wirtz, Havertz und Undav für Sané zu bewerten, wenn dieser eben eine andere Aufgabe habe.
Die Kritik an Sanés Leistungen ist nicht neu. Bereits in seinen ersten Jahren beim FC Bayern wurde er für sein vermeintlich mangelhaftes Defensivverhalten kritisiert. Nun, im Nationaltrikot, scheint dieser Aspekt erneut ins Rampenlicht gerückt zu sein. Bundestrainer Julian Nagelsmann reagierte im Spiel gegen die Elfenbeinküste, indem er Sané nach einer Stunde vom Platz nahm – eine Entscheidung, die Effenberg nun in Frage stellt.

„Weiter mit ihm!“ – effenberg warnt vor psychischem druck
„Sollte er weiter starten? Eigentlich muss du sagen, ja! Weiter mit ihm“, betonte Effenberg unmissverständlich. Es sei wichtig, den Spieler nicht zu destabilisieren und ihm das Gefühl zu vermitteln, dass er dem Team nicht vertraut wird. „Das könnte ihm dann richtig weh tun.“ Die Option, auf Jamie Leweling zurückzugreifen, sei zwar vorhanden, sollte aber nicht dazu führen, Sané unnötig zu verunsichern.
Nagelsmann hatte zur Erklärung für Sanés Auswechslung zwei Gründe genannt: den Wunsch nach mehr „Power“ im Spiel und Probleme des Spielers mit den Platzbedingungen. „Man muss immer den Spielertypen in Verbindung mit dem Rasen sehen“, so der Bundestrainer. Ob diese Begründung stichhaltig ist, bleibt abzuwarten. Effenberg hingegen sieht in Sanés Einsatz eine Frage der taktischen Konsequenz und der psychologischen Stabilität des Teams. Er hat einen Draht zu Sané, wie er bei der Kadernominierung betonte, und will ihn „so kitzeln, dass am Ende der WM deutlich mehr positive Stimmen über ihn fallen werden als negative.“
Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Effenbergs Vertrauen in Sané gerechtfertigt ist. Doch eines ist klar: Der Druck auf den Flügelspieler ist enorm, und die Entscheidungen von Bundestrainer Nagelsmann werden genau unter die Lupe genommen. Die WM ist noch jung, und das Blatt kann sich wenden – sowohl für Sané als auch für die deutsche Nationalmannschaft.
