Österreichs wm-comeback: rangnick krempelt den fußball!
28 Jahre Warten haben ein Ende: Österreich ist wieder dabei! Nach einer beeindruckenden Qualifikationsphase kehrt das Team von Ralf Rangnick zur Fußball-Weltmeisterschaft zurück – und will mehr als nur eine statuarische Rolle spielen. Die Fans dürfen sich auf einen Fußballstil freuen, der in der Bundesliga bereits für Furore gesorgt hat.
Der 'gegenpressing'-guru an der seitenlinie
Ralf Rangnick, der Architekt des modernen 'Gegenpressing', hat die Nationalmannschaft innerhalb kürzester Zeit transformiert. Nach dem Einzug ins Achtelfinale der Europameisterschaft 2024 führt er nun das Team zu seinem ersten WM-Auftritt seit 1998. Seine Philosophie ist klar: Ballbesitz ist gut, aber Ballgewinn noch besser. Es geht darum, den Gegner früh unter Druck zu setzen und blitzschnell in den Gegenangriff überzugehen.
Rangnick bevorzugt eine Viererkette, die sich bei Bedarf auch in eine Dreierkette wandeln kann. Seine Spieler müssen jedoch eines leisten: permanenten Druck ausüben. Die Devise lautet: Innerhalb von zehn Sekunden muss der Ball nach Ballverlust zurückerobert werden, und der Angriff muss mit Höchstgeschwindigkeit gestartet werden. Kurze, flache und diagonale Pässe sind im letzten Drittel die bevorzugte Spielweise – ein intensives, schnelles Spiel, das den Gegnern das Leben schwer macht.
Die Zahlen lügen nicht: Österreich war in der Qualifikation der europäische Spitzenreiter, was die Anzahl der Pressingaktionen im gegnerischen Drittel betrifft (739!). Und mit einem PPDA-Wert von nur 7,1 demonstrierte das Team, dass es schneller den Ball zurückgewinnt als jedes andere europäische Team. Das bedeutet: Der Gegner kommt kaum zu mehr als sieben Pässen, bevor Österreich zuschlägt.

Die achillesferse des pressings: physis und geduld
Doch Rangnicks Fußball hat auch seine Schattenseiten. Das intensive Pressing erfordert eine enorme körperliche Belastbarkeit, die nicht jede Mannschaft stemmen kann. Zudem zeigt sich das Team oft anfällig, wenn der Gegner die Initiative ergreift und das Spiel beruhigt. Die fehlende Tiefe auf der Bank könnte ebenfalls zum Problem werden, insbesondere in langen Turnierphasen. Aber eines ist klar: Österreich wird nicht passiv agieren.
Im Grunde genommen ist die WM 2026 für Österreich eine Chance, sich auf der internationalen Bühne neu zu beweisen. Mit Marcel Sabitzer, dem Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld und einem erfahrenen Profi, der bereits drei Europameisterschaften bestritten hat, verfügt das Team über einen wichtigen Anker. Sabitzer, der sowohl defensiv als auch offensiv überzeugt, ist ein Schlüsselspieler für Rangnicks Taktik.
Die Vorrunde in Gruppe J, mit Argentinien, Algerien und Jordanien, wird eine echte Standortbestimmung. Ein Duell mit Jordanien verspricht Spannung, denn hier will Österreich zeigen, dass man um den zweiten Platz mitfiebern kann. Es ist ein ehrgeiziges Ziel, aber mit Rangnicks Taktik und der Leidenschaft der Spieler ist es durchaus im Bereich des Möglichen.
Die österreichische Nationalmannschaft hat sich verändert. Sie ist hungrig, sie ist ambitioniert und sie ist bereit, die Welt herauszufordern. 28 Jahre Wartezeit sind vorbei – und das nächste Kapitel beginnt jetzt.
