Sammer feuert book als „fantastische idee“ – bvb-krone rückt näher
Matthias Sammer spricht sich selten um den heißen Brei herum. Bei Sky donnerte er jetzt: Ole Book sei seine „fantastische Idee“ gewesen, Lars Ricken habe sofort zugegriffen. Innerhalb von 24 Stunden war Sebastian Kehl gestrichen, der 40-jährige Saarländer präsentiert. Der Deal wirkt wie ein Schnellschuss, ist aber längst durchkalkuliert.

Warum sammer vom sofortigen titelschwung träumt
Book hat kein großes Stadion gepachtet, dafür aber Elversberg aus der Oberliga bis auf Aufstiegskurs in die Bundesliga gepusht. Statistiker schlagen sich auf die Schenkel: 62 Prozent Punktezuwachs seit 2017, 3,4-Millionen-Etat verwandelt in ein 30-Millionen-Team. Zahlen, die Sammer schwärmen lassen. „Was er noch nicht hat, bekommt er mit uns“, sagt er und meint damit nicht irgendwann, sondern bald.
Der Machtwechsel verläuft ruhig, aber gnadenlos. Kehl bekam einen Handschlag und das Versprechen, „durchzuschnaufen“. Intern sickerte durch: Die Kompetenzgerangel hatten Spieler irritiert, Transfers verzögerten sich. Book bringt Schliff statt Show. Sein Arbeitszimmer steht noch im Elversberger Containerbau, doch der Laptop ist schon in Dortmund vernetzt.
Beobachter wissen: Sammer mag klare Linien. Book soll Daten, Scouting und Medizin unter einen Hut bringen, künftig direkt an Ricken berichten. Eine Stufe unterhalb der Geschäftsführung, aber mit Veto gegen jeden Kauf. Das ist neu. Und es erklärt, warum Sammer so selbstbewusst proklamiert: „Der Club ist zutiefst überzeugt.“
Die Fans fragen: Reicht Saar-Know-how für den BVB-Zirkus? Antwort aus dem Trainingszentrum: Book schaute sich schon 2019 heimlich Spiele an, baute Netzwerke zu brasilianischen Beratern auf, lerfte Spanisch für Südamerika-Reisen. Er ist kein Romantiker, er ist Kartograph. Er kartiert Talente wie Gegner, legt Routen fest, schickt Flugzeuge los.
Am Samstag steht Mainze auf dem Programm. Book sitzt erstmals auf der Tribüne, aber keine Show, kein Interview. Er will Spielerporträts fertigstellen, 37 Profis in einer Woche in Zahlen gießen. Sammer dazu nur: „Wer jetzt denkt, wir warten ab, hat uns unterschätzt.“
Der BVB spielt bislang Saison zwei, muss aber schon Wintermeisterschaft planen, will Pokal, will Europa. Und Sammer schließt die Fernbedienung ab: „Titel kommen nicht von allein. Aber mit der richtigen Idee kommen sie schneller.“ Elversberg schaffte den Aufstieg in sieben Jahren. In Dortmund rechnet man mit sieben Monaten. Die Uhr tickt laut – und Book hat den Schlüssel zum Geräusch.
