Salahs abschied: liverpool im champions-league-schock?
Ein Raunen ging durch Anfield, als Jürgen Klopp ihn zur Halbzeit vom Platz bat. Mohamed Salah, der unumstrittene Star, der prägende Spieler der jüngeren Liverpool-Geschichte, saß plötzlich auf der Bank und wirkte sichtlich angefressen. Das 0:2 gegen Paris Saint-Germain in der Champions League wirft Fragen auf, die weit über dieses einzelne Spiel hinausreichen: Ist das Kapitel Salah in Liverpool wirklich dem Ende entgegengegangen?
Der rückblick: eine ära, die bald vorbei sein könnte
Es ist kaum zu übertreffen, wie sehr Mohamed Salah die Reds geprägt hat. Seit seinem Wechsel 2017 hat er nicht nur Tore geschossen, sondern eine ganze Generation von Fans begeistert. Seine Bilanz spricht für sich: 82 Champions-League-Spiele, davon viele als Rekordspieler, und ein unvergesslicher Beitrag zu den Triumphen der Mannschaft. Jamie Carragher, Liverpools legendärer Kapitän, bemerkte treffend: “Du brauchst Glück mit Verletzungen, aber was ich an ihm liebe, ist sein unbändiger Wille, jedes Spiel zu machen und jeden Rekord zu brechen.”
Doch nun scheint sich ein Wandel anzubahnen. Arne Slot, der neue Trainer, scheint bereit zu sein, auch mit seinen Stars zu brechen. Nach dem verpassten Elfmeter gegen Manchester City in der FA Cup und nun diese überraschende Bankplatz-Entscheidung gegen PSG, wird deutlich: Salah ist nicht mehr unantastbar. Die Entscheidung von Slot, stattdessen Gakpo und Isak ins Spiel zu bringen, wirkte wie ein Erdbeben.

Die taktik des überlebens: eine notlösung?
Slot selbst gab zu, dass die Entscheidung, Salah auf die Bank zu setzen, eine schwere war. “Es ist das erste Mal in dieser Saison, dass ich solche Entscheidungen treffen musste. Es betrifft nicht nur Mo, sondern auch Isak, Robertson, Curtis Jones…” Er führte die Entscheidung auf die Häufung von Verletzungen zurück, die ihm bisher wenig Spielraum gelassen hatten. Nach dem Spiel zeigte Slot sich jedoch besorgt: “Ich glaube, wir hatten Glück, dass wir nur zwei Gegentore kassiert haben. PSG war eindeutig überlegen und hätte mehr erzielen können.”
Steven Gerrard, der wie ein alter Freund Salah auf dem Rasen des Parc des Princes umarmte, kommentierte die Situation ehrlich: “Ich bin sicher, er ist sehr enttäuscht. Das ist die Phase, die Mo liebt. Ich kenne ihn gut genug, um zu wissen, wie sehr es ihm wehgetan haben muss, heute nicht zu spielen.” Die Körpersprache des Ägypters auf der Bank sprach Bände.

Die zukunft: ein abschied im anflug?
Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob wir Salahs letzte Champions-League-Partien im Liverpool-Trikot gesehen haben. Ob er im Rückspiel gegen PSG starten wird, ob er vom Bank verlassen wird, oder ob sein Abschied bereits besiegelt ist, bleibt abzuwarten. Egal wie, er wird als Spieler mit den meisten Toren für den Verein in der Champions League und als afrikanischer Rekordtorschütze in der Königsklasse in Erinnerung bleiben.
Die Ausgangslage für das Rückspiel ist dennoch schwierig. Liverpool hat erstmals seit langer Zeit im Champions-League-Spiel überhaupt keinen Torschuss aufs Tor gebracht. Um die Chance auf ein Weiterkommen zu wahren, muss sich die Mannschaft fundamental neu finden. Der Traum von Anfield muss weitergelebt werden, auch wenn die Ära Salah möglicherweise bald Vergangenheit sein wird.
