Salah zieht den stecker: liverpool verliert nach neun jahren seinen könig

Mohamed Salah brach es per Instagram, der FC Liverpool bestätigte es binnen Minuten: Am 31. Mai 2026 verabschiedet sich der Ägypter, der mit 255 Treffern die dritte Stufe der ewigen Klub-Torschützenliste erklommen hat. Ein Sommer ohne den Mann, der Anfield seit 2017 in 435 Spielen elektrisierte.

Die klinge war schon vor monaten gefallen

Die Vertragsverlängerung bis 2027 war nur ein Papierstapel. Intern hatte Salah nach dem Wechsel-Gerangel mit Arne Slot im Dezember die Reißleine gezogen. Dreimal Bank, ein öffentlicher Seitenhieb („sie haben mich unter den Bus geworfen“) – danach war klar: Der 33-Jährige wird nicht bis zur letzten Sekunde zögern. Die Ankündigung soll „Transparenz schaffen“, so der Klub. Gemeint ist: Wir haben noch ein halbes Jahr, um Nachfolger und Ablöse zu organisieren.

Die Zahl, die Liverpool-Bosse wach liegen dürfte: 152. Millionen. So viel kassierte der Verein bisher allein durch Trikotverkäufe mit seinem Namen, errechnet der Sportmarkt-Forscher Euromericas. Ohne Salah droht ein Loch im Merchandising – und in der Torschützenliste. Nach ihm kommt Diogo Jota mit gerade einmal 71 Treffern.

Saudi-arabien lauert, doch der deal ist noch offen

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Al-Hilal und Al-Ittihad haben seit 2024 ein Angebot in der Schublade: 200 Millionen Euro plus Boni. Die Saudis wollten Salah schon im Winter locken, scheiterten an Liverpools sportlicher Not. Nun zittern sie erneut, denn Paris Saint-Germain schaltet sich ein. Die Franzosen suchen einen Markenstürmer für die Post-Mbappé-Ära und könnten mit einem Zweijahres-Kontrakt plus Option auf eine Saison in der MLS punkten. Salah selbst schweigt über die Destination. „Ich werde nie vergessen, wie die Stadt mich adoptiert hat“, sagt er nur – ein Satz, der klingt wie Abschied, nicht wie Plan.

Anfield wird ihn vermissen, aber auch er wird Anfield vermissen. Die Choreo gegen Manchester United, als 60.000 Fans sein Gesicht als Pharao ins Heimspiel-Tuch webten. Das 2:0 gegen Tottenham, als er nach seinem Tor zum Gebet niederkniete und die ganze Haupttribüne mitsang. Die 97 Punkte in der Saison 2019/20 – ohne ihn wäre nichts davon passiert.

Die Frage ist nicht, ob der Klub jemals einen solchen Torjäger findet. Die Frage ist, ob er überhaupt darf. Die Premier League schärft ihre Finanzregeln, Liverpool musste in den letzten drei Jahren 120 Millionen einsparen. Ein Ersatz für Salah kostet 80 Millionen Ablöse plus 15 Millionen Gehalt pro Jahr – Geld, das derzeit nicht in der Kasse liegt.

Am letzten Mai-Wochenende wird sich der Ägypter zum letzten Mal in den Laufsteg verwandeln, der Tunnel, der ihn vom Spielerbereich ins Licht führt. Dann steigt „You'll never walk alone“, und 60.000 Stimmen werden wissen: Ein Teil von ihnen geht mit ihm. Salah verlässt Liverpool – aber Liverpool wird ihn nie verlassen.