Mirandés schlägt zurück: 2:1 gegen valladolid und der abstiegskampf lebt wieder
Anduva bebt, das Mirandés lebt. Die 2:1-Revanche gegen Real Valladolid riss die rote Laterne weg – zumindest für 24 Stunden – und warf die alte Frage auf den Tisch: Wie viele Punkte braucht man wirklich, um in der Hypermotion zu überleben?
Die rechnung der angst
50 Punkte gelten als magische Marke, doch die Historie lügt nicht. Levante, Cádiz, Murcia und sogar das Mirandés selbst mussten mit 50 Zählern runter. Deportivo ging mit 51. Nur Córdoba schaffte 2018 die spektakulärste Wende: 13 Punkte Rückstand, dann 51 Zähler und die salvadora in letzter Sekunde. Die Lehre: Wer zählt, verliert. Wer trifft, lebt.
Carlos Fernández traf. Sein Elfmetter zum 2:1 war bereits sein elfter Saisontreffer – und die erste Antwort auf Wochen voller Pech. „Wir haben es verdient, weil wir zuletzt oft das bessere Team waren“, sagt er, noch mit Staub der Strafraumschlacht im Haar. „Aber ein Tor nützt nichts, wenn keine Siegesserie folgt.“

Unax del cura: sprung aus der tiefkühltruhe
Keiner spricht über den 19-jährigen Angreifer, der vor drei Wochen noch in Tercera RFEF dribbelte. Jetzt presste er 90 Minuten gegen Valladolid, erzielte den Ausgleich und ging mit einer Oberschenkelkündigung vom Feld. Die Botschaft: Wer springt, kann auch fallen – und trotzdem treffen. Die Frage lautet nicht mehr, ob er die Klasse packt, sondern wie lange seine Wade mitspielt.
Die Chronik des Klubs liest sich wie ein Krimi. Letzte Saison rettete Gabri in der 96. Minute gegen Amorebieta. Diesmal wartet Granada am letzten Heimspieltag, danach Leganés auswärts. Drei Spiele, neun Punkke – das wäre das 17-Punkte-Schnellboot aus dem Tabellengrab. Die Fans singen bereits wieder „Aúpa Anduva“, doch im Büro rechnet man mit kalten Zahlen.
Die Rangliste der Angst: 48,61 Punkte Schnitt, 50 als Schmerzgrenze, 51 als Albtraum. Das Mirandés steht bei 39. Es braucht also mindestens drei Siege in den letzten fünf Partien. Keine Formel, sondern Faustregel: Wer zweimal pfeift, darf einmal hoffen.
Am Sonntag geht’s nach Albacete. Die Uhr tickt, die Wade von del Cura schmerzt, und Carlos Fernández weiß: „Wenn wir nicht gewinnen, spielt die Tabelle keine Rolle mehr.“ Anduva hat die Rechnung verstanden – und den Torjäger, der sie ausrechnet.
