Saballys radikaler haarschnitt: mehr als nur ein look!

Satou Sabally, die neue Hoffnung der New York Liberty in der WNBA, sorgte diese Woche nicht nur mit ihrem lukrativen Vertrag für Schlagzeilen, sondern auch mit einer überraschenden Veränderung ihres Aussehens: Die gebürtige Berlinerin ließ ihre Haare komplett rasieren. Ein mutiger Schritt, der jedoch eine tiefgreifende persönliche Geschichte birgt.

Ein akt der solidarität für eine freundin

Der Vertrag mit den Liberty ist der größte, den je eine deutsche Basketball-Spielerin unterzeichnet hat: 1,67 Millionen Dollar (1,42 Millionen Euro) über zwei Jahre. Doch der radikale Haarschnitt hat eine viel emotionalere Bedeutung. Sabally, die in der vergangenen Saison mit dem Phoenix Mercury das WNBA-Finale erreichte, erklärte, dass sie ihre Haare für ihre beste Freundin, Sunniva Ferri, abgeschnitten hat, die vor zehn Jahren an kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) erkrankte.

„Es war verrückt“, so Sabally in einem Social-Media-Video. „Wir haben Zöpfe über die kahlen Stellen gelegt. Der Prozess für ein 17-jähriges Mädchen, in der Schule, dass du akzeptieren musst, dass dir dein Haar ausfällt – das verursacht ein tiefes Trauma und ist wirklich hart.“ Die Geste ist ein Ausdruck tiefer Freundschaft und Solidarität, ein Versprechen, das Sabally einst gegeben hatte. Ein Akt, der mehr als nur eine neue Frisur bedeutet.

Selbstermächtigung und neue identität

Selbstermächtigung und neue identität

Nach einer Gehirnerschütterung fühlte sich Sabally plötzlich bereit für diesen Schritt. „Ich habe sie angerufen und gesagt: Sunni, jetzt passiert es!“, erzählte sie. Und statt Reue empfindet die Basketballerin nun eine überwältigende Stärke. „Ich fühle mich dadurch sehr selbstermächtigt“, so Sabally in New York. „Es war paradox, denn ich habe mich nie zuvor in meinem Leben so feminin gefühlt. Ich fühle mich so mächtig und elegant, obwohl ich immer dachte, das Haar wäre ein großer Teil meiner Identität.“

Die Veränderung hat nicht nur ihr Selbstbewusstsein gestärkt, sondern auch ihre sportliche Einstellung beeinflusst. Sabally will mit den Liberty um den WNBA-Titel kämpfen und lässt dabei andere Angebote hinter sich. „Ich kann selbst ein Superstar sein und hätte anderswo 1,4 Millionen Dollar jährlich bekommen, aber ich will unbedingt den Titel gewinnen. Das fehlt mir noch in meiner Laufbahn.“ Die energiegeladene Sabally, die im Januar noch mit ihrer Schwester Nyara in Berlin die NBA-Spiele besuchte, scheint bereit für eine neue Ära, in der sie ihre Identität und ihr Talent voll entfalten kann.