Saarbrücken entzaubert svww: aufstiegsträume platzen mit rot und 0:2

Der SV Wehen Wiesbaden ist mit einem blutigen Kniefall aus dem Ludwigsberg zurückgekehrt. Die 0:2-Pleite beim 1. FC Saarbrücken war keine Ausrutscher, sondern ein verdientes Debakel, das die Hessische Aufstiegsträume ins Wanken bringt. Mit nur zehn Mann nach der Roten Karte gegen Niklas May (38.) verloren die Gäste nicht nur zwei Punkte, sondern auch den Anschluss an die Spitzengruppe.

Die Niederlage setzt Trainer Nils Döring vor ein Rätsel: Sein Team agierte ideenlos, ohne Durchschlagskraft und mit einem Ballbesitzanteil, der sich eher für eine Defensive als für eine Aufstiegsmannschaft liest. Saarbrücken dagegen spielte mit der Gelassenheit einer Mannschaft, die weiß, dass der Gegner sich selbst zerlegt.

Die szene des verbrechens: may fliegt früh

Bereits in der 31. Minute lag der Ball beim 1:0 im Netz – Maurice Multhaupt profitierte von einer unübersichtlichen Situation nach Ecke. Doch der Knockout folgte sieben Minuten später: May trat mit der Sohle auf den Knöchel seines Gegenspielers, Referee Gansloweit ließ keine Diskussion zu. Mit einem Mann weniger brach das gesamte Offensivkonzept zusammen, Agrafiotis lief sich fest, Kaya und Schleimer fanden keine Lücken.

Die Statistik spricht Bände: Nur zwei Torschüsse aus aussichtsreicher Position, 38 % Ballbesitz und ein Laufleistungsdefizit von fast vier Kilometern gegenüber der Hausherren. Die Zahlen sind kein Zufall, sondern das Spiegelbild einer Nacht, in der nichts funktionierte.

Tabellenkicker: achter platz, drei punkte rückstand

Tabellenkicker: achter platz, drei punkte rückstand

Mit 39 Zählern rutscht der SVWW auf Rang acht ab, drei Punkte hinter dem Relegationsplatz, fünf hinter Spitzenreiter Dynamo Dresden. Die Saarbrücker klettern dagegen auf Platz fünf und halten Kontakt zur Aufstiegszone. Für Wiesbaden wird nun jedes Spiel zur Endrunde – schon am Sonntag wartet mit dem SC Verl ein direkter Konkurrent.

Die Stimme aus dem Kabinenbereich war ein schweres Aufatmen: „Wir haben uns selbst geschlagen“, sagte Kapitän Hübner. „Wenn wir so weiterspielen, reicht es nicht einmal für die Quali.“ Die Worte klingen wie ein Weckruf – oder wie ein Abschiedsbrief an den Traum von der 2. Bundesliga.