Rydzek rutscht raus, kläbo kracht: drammen liefert ski-drama mit eisfaktor
Coletta Rydzek lag noch in Lahti auf dem Podest, 48 Stunden später hing sie im Schneegestöber von Drammen auf dem Eis und schied als Letzte aus. Die 28-jährige Pelkum-Sprinterin rutschte in der letzten Rechtskurve unverschuldt weg, wurde von der gestürzten Schwedin Linn Svahn mitgerissen und schaffte es nicht einmal, sich wieder aufzurappeln. Platz 26. Das bitterste Viertelfinale ihrer Karriere.
Crashkaskade startet mit italienischem haken
Die Kettenreaktion begann, als Iris de Martin Pinter innen die Spur wechselte. Svahn ging darüber, Rydzek konnte nicht mehr bremsen. „Ich sah nur noch weiß“, sagte sie im Ziel, „und dann war ich auf einmal auf dem Boden.“ Laura Gimmler, ihre Team-Partnerin von Olympia, fuhr indes ins Finale und wurde Fünfte – 4,01 Sekunden hinter Jonna Sundling, die den Stadtkurs beherrschte wie ihre private Eislauf-Bahn.
Bei den Männern ging es noch rauer zu. Johannes Hösflot Kläbo jagte seinen 112. Weltcupsieg, stolperte aber über den gestürzten US-Boy Bend Ogden und knallte mit dem Hinterkopf auf das Eis. Der Norweger brauchte Hilfe, um die Strecke zu verlassen, blieb schließlich Elfter. „Er sah blass aus, aber er wollte stehenbleiben“, berichtete Co-Trainer Eirik Myhr Nilsen. Die kleine Kristallkugel für den Sprint-Weltcup hat sich Kläbo trotzdem schon vorzeitig gesichert – seine Konkurrenten verpatzten ebenfalls.

Evensen nutzt das chaos – stölben wird 23.
Im Finale fehlten die Top-5 der Quali – und Ansgar Evensen schlug zu. Der 25-jährige Norweger setzte sich im Fotofinish gegen Krehl durch und feierte seinen ersten Weltcup-Sieg. Für Deutschland lief Jan Stölben auf Rang 23, blieb damit hinter den Erwartungen, aber noch vor dem gestürzten Superstar. Die deutsche Delegierung reiste mit zwei Lehren ab: Gimmler zeigt, dass Sprungkraft da ist – Rydzek muss jetzt vor allem wieder Standfestigkeit finden.
Die nächsten Sprints kommen. Und mit ihnen die Chance, dass das Eis in Drammen nur ein kurzer Schrecken war.
