Russischer verband feuert kaminsky über die medien – coach erfährt es von reportern

Yuri Kaminsky wollte nach dem Saisonfinale nur noch nach Hause. Stattdessen stand er plötzlich vor Mikrofonen, die ihm erzählten, dass er raus ist. „Woher haben Sie die Information, dass ich gehe?“, stammelte der 64-Jährige, während das Rennen noch warm in den Beinen war. Sekunden später veröffentlichte der russische Biathlon-Verband die Trennung – und der Coach musste sich selbst bestätigen, was er vorher nicht einmal wusste.

Sechs jahre, null abschiedsgruß

So endet eine Ära, die mit Olympiasiegen begann und mit einem Pressestatement verglühte, das Kaminsky nicht einmal unterschrieben hatte. Seit 2020 steuerte er die Männer, zuvor schon länger die Langläufer, holte mit Nikita Kryukov Gold, baute ein Team, das zuletzt trotz Doping-Skandalen noch in die Top Ten schoss. Nun fehlt jedes Wort des Dankes. Stattdessen sagt er nur: „Lasst die Presseabteilung erklären, warum ich gehe. Sogar ich bin gespannt.“

Im Interview mit MatchTV spricht er von „vielen Gründen“, doch er bleibt vage. „Ich will keine dreckige Wäsche waschen.“ Es klingt nach einem Mann, der weiß, dass ein Satz zuviel seine Karriere in Weißrussland begraben könnte – dorthin, wo russische Medien ihn schon als nächsten Cheftrainer loten.

Ishmouratova schlägt zurück

Ishmouratova schlägt zurück

Svetlana Ishmouratova, zweimalige Olympiasiegerin, reagiert sofort. „Wir wissen nicht zu schätzen, was wir haben“, sagt sie und wirft dem Verband Ignoranz vor. „Wenn wir es verlieren, fangen wir an zu weinen.“ Für sie ist Kaminsky der erfolgreichste Coach der Neuzeit – ein Titel, der in Russland plötzlich nichts mehr wert zu sein scheint.

Die Nachfolge ist offen, die Stimmung vergiftet. Wer auch immer das Ruder übernimmt, erbt ein Team, das ohne seinen Mentor dasteht – und einen Verband, der Trennungen per Pressemitteilung austrägt. Kaminsky selbst packt bereits die Skier ein. Weißrussland ruft, und diesmal wird er vorher Bescheid wissen.