Russell bleibt titel-favorit trotz mercedes-pannen und antonelli-hype
George Russell führt die WM-Wertung an, aber die Buchmacher glauben trotzdem fest an ihn. Nach drei Rennen notiert er bei 2,00, Kimi Antonelli nur knapp dahinter bei 2,10 – und das, obwohl der Youngster in Suzuka jeden Meter des Engländers dominierte.
Mercedes liefert sich selbst aus
In Japan rutschte Russell von der Pole auf Platz drei – nicht wegen fehlender Pace, sondern wegen zwei Blackouts im Silberpfeil. Safety-Car-Pechnach dem Boxenstopp verschenkte die Führung an Antonelli. Dann der Killer: ein Software-Fehler, der den E-Motor abrupt abdrehte. „Wir wollten ihm Energie sparen, stattdessen bekam er einen Super-Clip – plötzlich fehlten 120 kW“, sagte Toto Wolff zu Sky. Sekunden später schlüpfte Leclerc vorbei.
Die Folge: Russells zweiter Saisonsieg verpuffte, die WM-Führung hält nur dank des dritten Platzes. Mercedes liegt als Team trotzdem vorne, weil Antonelli mitjagt. Die Frage lautet nicht mehr, ob der Rookie gewinnt, sondern wann.

Ferrari verliert anschluss, mclaren schielt nach vorn
Charles Leclerc schrammt mit 13,00 Quote an der Spitzengruppe vorbei. Suzuka brachte Rang vier, doch das Podest kam durch Piastris Fehler zustande, nicht durch eigene Geschwindigkeit. Oscar Piastri hingegen feiert nach Platz zwei in seiner ersten Rennsaison 21,0 – und überholt in den Märkten sogar Lewis Hamilton (26,0).
Der Siebenfache hatte in China noch Glück, in Japan vergaßen die Reifen plötzlich zu sprechen. Lando Norris schob sich mit identischer 26,0-Quote noch vorbei – McLaren hat den Heppenheimer wieder im Griff.

Verstappen wartet auf das wunder-update
Max Verstappen taxiert die Lage nüchtern. 67,0 – das ist die Quote für einen Piloten, dessen Auto derzeit nur der sechtschnellste Bolid ist. Red Bull hat in Sakhir 2,8 Sekunden Rückstand kassiert, in Jeddah 3,1. Die Fans erinnern sich an 2025, als er 108 Punkte aufholte und bis Abu Dhabi um die Krone kämpfte. Doch diesmal fehlt die Basis. „Wir müssen 27 Kilo aus dem RB22 schmelzen, sonst wird es ein Jahr der Erkenntnis“, sagt Motorsportchef Paul Monaghan. Miami ist die Stunde der Wahrheit.

Williams und sainz planen die zweite saisonhälfte
Carlos Sainz hält sich mit 751,0 in der Wette fest, obwohl sein FW48 auf Lastwagen-Niveau rollt. 27 Kilogramm Übergewicht verpesten die Aerodynamik, die neue Seitenkästen-Lösung kommt frühestens in Barcelona. „Wenn wir das Gewicht kippen, springen wir in einem Schlag auf Platz vier der Teams“, sagt Chefingenieur Rui Marques. Bis dahin bleibt dem Madrilenen nur, sich mit Bearman und Gasly zu duellieren – und auf die Punkteränge zu lauern.

Alonso bleibt das große rätsel
Fernando Alonso fährt mit 100 PS weniger, kassiert in drei Rennen null Punkte – und wird dennoch mit 751,0 gehandelt, Tausende setzen auf ihn. Die Buchmacher nennen es „Emotional-Bias“, die Fans nennen es Glauben. Der Asturier selbst lacht: „Solange sie wetten, bin ich noch nicht abgeschrieben.“ Aston Martin liefert aber kein Update, das die Lücke schließt, sondern nur neue Flügel, die altem Chassis dienen. Mit Stroll auf 2.001,0 und Colapinto auf 1.501,0 ist klar: Die Quote ist reines Andenken an 2012, nicht an 2026.
Die Saison ist drei Rennen alt, aber schon jetzt zeigt sich: Mercedes und McLaren bestimmen das Tempo, Ferrari verliert den Anschluss, Red Bull muss ums Überleben kämpfen. Und ganz oben? George Russell – nicht wegen spektakulärer Siege, sondern wegen Kaltblütigkeit, wenn die Technik versagt. Das kann am Ende den Unterschied machen.
