Runjaic fordert juve-meisterleistung – solet droht bank
Udineses Trainer Kosta Runjaic stellt sich dem Pokal-Giganten gegen Juventus mit einem klaren Auftrag: „Wir brauchen eine exzellente Performance, sonst verlieren wir.“ Die Worte klingen nach Kampf statt frommem Wunsch – und sie kommen spät, aber nicht zu spät.
Der Tabellen-14. empfängt am Sonntag die Alte Dame, die nach dem Achtelfinal-Aus in der Champions League mit offenem Visier in die Serie A zurückkehrt. Runjaic weiß, dass seine Mannschaft seit fünf Spielen sieglos ist. Die Lage ist keine Krise, aber sie riecht nach Druck.
Solet-frage offen – nur kurzeinsatz geplant
Abwehrspieler Christopher Solet, erst im Winter von Lyon ausgeliehen, steht vor seinem Debüt. Doch der Trainer bremst: „Er wird nicht von Beginn an spielen, höchstens ein Kurzeinsatz.“ Solet laborierte an einer Oberschenkelblessur, sein Einsatz wird bis zur letzten Trainingseinheit offen bleiben. Die medizinische Abteilung hat das grüne Licht gegeben, Runjaic aber zögert – Risikomanagement statt Risikokapriole.

Atta zwischen höhenflug und formdelle
Über Florian Atta, Linksaußen mit Tempo und ersten zwei Saisontreffern, sagt der Coach nüchtern: „Er macht seine erste Profi-Runde, das merkt man.“ Die Formkurve zeigt nach unten, dennoch ist der 21-Jährige ein Kandidat fürs erste Elf. Runjaic: „Er kann starten, ich entscheide erst am Spieltag.“ Keine Garantie, aber eine Chance – typisch für die momentane Rotation.

Respekt vor juve, aber keine devotion
Die Statistik? Klar. Juve gewann fünf der letzten sechs Duelle, erzielte dabei 13 Tore. Trotzdem sagt Runjaic: „Wir haben Respekt, aber keine Angst.“ Seine Marschroute: englische Woche, intensive Zweikämpfe, schnelle Umschaltmomente. Denn die Tabelle lügt nicht – drei Punkte würden Udinese auf Platz 10 katapultieren und die Abstandsmarke von neun Zählern zum Strafraum der Abstiegsplätze vergrößern.
Die Fans in Friaul erwarten keine Zaubertricks, sondern eine Mannschaft, die bis zur Nachspielzeit an sich glaubt. Runjaic liefert das Motiv: „Wenn wir Juve ärgern, schauen alle auf uns.“ Die Rechnung ist einfach: Entweder Udinese schafft den Coup – oder Juve beweist, warum es derzeit die meisten Auswärtssiege der Liga hat. Die Antwort gibt es am Sonntagabend, 20.45 Uhr, im Dacia Arena-Rohen. Für Runjaic ist das keine Finale, aber ein Signal. Und Signale entscheiden über den Fortbestand eines Trainers.
