Ruggeri plaudert in miami: messi, madrid und die zukunft des fußballs

Oscar Alfredo Ruggeri, argentinischer Weltmeister von 1986 und bei ESPN-Fans ebenso beliebt wie für seine scharfen Kommentare bekannt, hat sich auf der Lincoln Road in Miami Beach blicken lassen. Autogrammstunden für Jung und Alt, ein Stück argentinische Fußballgeschichte zum Anfassen – aber das war nicht alles.

Ein blick zurück: die glorreiche zeit im bernabéu

Der ehemalige Verteidiger des Real Madrid, der in der Saison 1989/90 die spanische Meisterschaft feierte, offenbarte im Gespräch Einblicke in seine Freundschaft mit Florentino Pérez, dem Präsidenten des weißen Balletts. „Ich habe ihm eine Nachricht geschickt. Er hat nur gelacht, diese Wahl [Risas]. Er ist der beste Präsident in der Geschichte des Real Madrid, zweifellos“, erklärte Ruggeri, der bestätigte, dass Pérez ihm freundlich geantwortet habe. Seine Überzeugung ist unmissverständlich: „Ein Madrid ohne Florentino? Das gibt es nicht.“

Auch Emilio Butragueño, „El Buitre“, hält stets die Verbindung aufrecht. Doch Ruggeri blickt auch nach vorn. Er äußerte sich begeistert über die Neuzugänge von Real Madrid, Cucurella und Konaté, und wünscht sich insbesondere Enzo Fernández im Bernabéu: „Seit Toni Kroos weg ist, hat Madrid im Mittelfeld Probleme. Enzo würde genau das geben, was fehlt: Anbindung, Ordnung und Torgefahr. Er ist ein Spieler für Madrid, er hat es ja selbst gesagt: 'Was für ein schöner Ort ist Madrid!' [Risas].”

Die juwelengräber: yamal versus messi

Die juwelengräber: yamal versus messi

Die Frage, ob Mastantuono unter dem neuen Trainer eine Chance verdient, beantwortete Ruggeri positiv: „Ich glaube, man sollte ihm eine Chance geben. Er könnte ein Crack werden.“ Doch die Diskussion um die nächste Generation führte ihn unweigerlich zu einem Vergleich, der die Fußballwelt beschäftigt: Lamine Yamal und Leo Messi. „Leo ist ein Genie, wie Maradona es war. Solche Genies kommen selten vor. Bis jetzt sehe ich keinen Nachfolger für Leo. Yamal ist ein großartiger Spieler, aber Messi spielt auf einem anderen Level. Er ist überall auf dem Platz zu finden. Ich nehme Yamal nichts, aber es gibt einen Unterschied zwischen Talent und Genialität.“

Ruggeri bewertet die Leistungen der spanischen Nationalmannschaft kritisch: „Spanien muss sich verbessern. Sonst reicht es nicht für den ganz großen Wurf. Ich sehe Argentinien sehr gut. Beide Teams spielen gut, versuchen, das Spiel zu kontrollieren. Es wäre spannend zu sehen, wer in einem direkten Duell die Oberhand behält.“

Die Begegnung mit Ruggeri in Miami Beach war mehr als nur eine Autogrammstunde. Es war ein Gespräch mit einer Legende, die ihre Leidenschaft für den Fußball und ihre Verbundenheit zu den großen Namen des Sports nicht verbergen kann. Ein Mann, der die Vergangenheit ehrt und gleichzeitig die Zukunft mit Begeisterung im Blick hat. Und während die Sonne über Miami Beach scheint, bleibt die Frage: Wird Enzo Fernández tatsächlich nach Madrid wechseln und die Lücke im Mittelfeld schließen, die Toni Kroos hinterlassen hat?