Rücktritt beim dav: skibergsteigen-chef nach ermittlungen unter druck
- Skibergsteigen-skandal: sportlicher leiter des dav tritt zurück
- Ermittlungen der staatsanwaltschaft traunstein
- Der dav reagiert auf die vorwürfe
- Einrichtung einer unabhängigen hinweisgeberstelle
- Professionalisierung und vertrauensbildung im fokus
- Ausblick und unschuldsvermutung
- Hintergrund: skibergsteigen bei olympia 2026
Skibergsteigen-skandal: sportlicher leiter des dav tritt zurück
Hermann Gruber, der Sportliche Leiter Skimo des Deutschen Alpenvereins (DAV), ist nach schwerwiegenden Vorwürfen und eingeleiteten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Traunstein von seinem Amt zurückgetreten. Der Rücktritt erfolgte auf eigenen Wunsch, wie der DAV am Donnerstagabend mitteilte. Dies markiert einen erschütternden Moment für den deutschen Skibergsteigersport, gerade vor dem Hintergrund, dass die Disziplin 2026 erstmals olympischen Rang einnehmen wird.

Ermittlungen der staatsanwaltschaft traunstein
Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat Ermittlungen gegen Gruber und den ehemaligen Bundestrainer Maximilian Wittwer aufgenommen. Auslöser waren Strafanzeigen von drei Athleten des DAV, die Nötigung und gefährliche Körperverletzung im Zusammenhang mit einer Studie am Olympia-Stützpunkt Ruhpolding vorwerfen. Die Vorwürfe sind schwerwiegend und könnten weitreichende Konsequenzen für den Verband haben.

Der dav reagiert auf die vorwürfe
Der DAV betont, den Rücktritt Grubers im Interesse einer transparenten Aufklärung durch die Staatsanwaltschaft und im Sinne der Athleten zu sehen. Der Verband kündigte seine volle Kooperation bei den Ermittlungen an. Man wolle alle Fakten auf den Tisch bringen, um die Situation umfassend zu klären und das Vertrauen in den Skibergsteigersport wiederherzustellen.
Einrichtung einer unabhängigen hinweisgeberstelle
Neben dem Rücktritt kündigte der DAV die Einrichtung einer “unabhängigen Hinweisgeberstelle im Leistungssportumfeld” an, die ab dem 1. März in Betrieb genommen werden soll. Dieser Schritt war bereits seit 2025 mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) geplant und soll die Professionalisierung der neuen olympischen Sportart vorantreiben, so der DAV. Man möchte einen sicheren Raum für Athleten schaffen, um Missstände zu melden.

Professionalisierung und vertrauensbildung im fokus
Die Einrichtung der Hinweisgeberstelle soll als “externe, unabhängige Option” zu den bestehenden Meldekapazitäten im Leistungssport dienen. Der DAV betont, dass es sich nicht um ein “Eingeständnis von Problemen” handelt, sondern vielmehr um einen proaktiven Schritt zur weiteren Professionalisierung. Das Ziel sei es, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Athleten sicher und respektiert fühlen.

Ausblick und unschuldsvermutung
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft werden voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Bis zur Klärung der Vorwürfe gilt die Unschuldsvermutung für alle Beteiligten. Der DAV hat angekündigt, die Öffentlichkeit über den Fortgang der Ermittlungen zu informieren. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um das Vertrauen in den Skibergsteigersport wiederzugewinnen und die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2026 sicherzustellen.
Hintergrund: skibergsteigen bei olympia 2026
Skibergsteigen feiert seine Premiere bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo. Die Aufnahme in das olympische Programm ist ein großer Erfolg für die Disziplin, wirft aber auch neue Herausforderungen in Bezug auf Professionalisierung und Integrität auf. Der DAV ist als nationaler Verband für die Vorbereitung der Athleten und die Organisation des Teams verantwortlich.
