Rot-weiß-rot erinnert sich, wie man gewinnt – 1:0 gegen tunesien beim wm-comeback

28 Jahre lang wartete Österreich auf diese Sekunde. In der 63. Minute schlug Marcel Sabitzer aus fünf Metern zu und die Alpenrepublik feierte ihren ersten Test-Sieg auf dem Weg zur WM. Dabei spielten die Rot-Weiß-Roten vom 33. Minute an in Unterzahl – und trotzdem fühlte sich das 1:0 gegen Tunesien wie ein Statement an.

Das system ragnick funktioniert – selbst mit zehn mann

Ralf Rangnick ließ keine Experimente zu. Mit Ausnahme von Christoph Baumgartner stellte er exakt die Startelf auf, die am 26. Juni gegen Jordanien in die Vorrunde starten wird. David Alaba organisierte die Viererkette neben Philipp Lienhart, die Außenbahnen besetzten Stefan Posch und Konrad Laimer. Das Leipziger Mittelfeld-Duo Nicolas Seiwald und Xaver Schlager sicherte vor der Dreierkette hinter Marko Arnautovic ab.

Doch Laimer flog nach zwei Gelben vom Platz, die linke Seite brannte. Rangnick reagierte sofort: Mwene kam für Schmid, die Formation rutschte ein Feld nach hinten – und plötzlich lief das Pressing wie geschmiert. Es war ein Lehrstück in taktischer Anpassung.

Tunesien war kein sparringspartner, sondern ein brocken

Tunesien war kein sparringspartner, sondern ein brocken

Wer die Nordafrikaner unterschätzt, bekommt Probleme. Mit Rani Khedira und Ellyes Skhiri im Zentrum sowie den dribbelstarken Mohamed Gharbi und Hannibal Mejbri drängte Tunesien früh. Bereits nach elf Minuten hämmerte Mejbri eine Direktabnahme aus dem Halbfeld ans Lattenkreuz. Kurz zuvor scheiterte Chaouat aus fünf Metern am Pfosten.

Die Statistik spricht Bände: Österreich kassierte in den letzten zwölf Monaten nur eine Niederlage – gegen Rumänien. Tunesien verlor nur zweimal in der gleichen Periode. Dieser Test war alles andere als ein Freundschaftsspiel.

Sabitzer trifft, der pfosten verhindert das 2:0

Sabitzer trifft, der pfosten verhindert das 2:0

Die Entscheidung fiel, nachdem Rangnick seine Wechsel vollzogen hatte. Maximilian Wöber, Philipp Mwene, Kevin Danso und Sasa Kalajdzic frischten das Tempo. In der 63. Minute kombinierten Posch und Chukwuemeka auf der rechten Seite, Posch flankte flach, und Sabitzer vollendete per Direktabnahme. Kurz darauf hätten Posch und Friedl nach Eckbällen erhöhen können – beide scheiterten am Aluminium.

Tunesien wehrte sich bis zum Ende, aber Österreich blieb kompakt. Die Rot-Weiß-Roten haben sich erinnert, wie man Erfolge einfährt – und das genau 28 Jahre nach ihrem letzten WM-Auftritt. Zeitrechnung kann so einfach sein.