Rosi mittermaier: vom olympia-triumph zur bescheidenen heldin

Rosi mittermaier: vom olympia-triumph zur bescheidenen heldin

Vor rund 50 Jahren schrieb Rosi Mittermaier Sportgeschichte bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck. Sie wurde zur "Gold-Rosi", doch der Ruhm, der auf sie einprasselte, konnte sie nur schwer akzeptieren. Ihr bescheidenes Wesen blieb stets ein prägendes Merkmal.

Der überraschende olympia-erfolg

Christian Neureuthererinnert sich noch genau an den Moment, als er im Fernsehen zusah, wie seine Freundin Rosi im Abfahrtslauf startete. Er erkannte sie kaum wieder! Mit einem ungewöhnlich kraftvollen Start katapultierte sich Mittermaier auf die Strecke "Hoadl". "Dieser Start war unfassbar", so Neureuther. "Sie hat mit einem solchen Willen angeschoben, das war untypisch." Innerhalb von 1:46,16 Minuten änderte sich ihr Leben für immer.

Von der unbekannten zur nationalheldin

Von der unbekannten zur nationalheldin

Die damals 25-jährige "Ski-Oma", die kurz zuvor bei einem Weltcup-Rennen den letzten Platz belegt hatte, wurde plötzlich zur Sensation. Gold im Abfahrtslauf, gefolgt von Gold im Slalom und Silber im Riesenslalom. Eine unglaubliche Leistung, die sie über Nacht zur Nationalheldin machte. Die Menschen feierten sie für ihre Ehrlichkeit und Bescheidenheit.

Der unerwünschte ruhm

Der unerwünschte ruhm

Der Ruhm, der mit den Medaillen kam, war für Rosi Mittermaier jedoch eine Belastung. Sie wollte nie im Mittelpunkt stehen. Während der Spiele erhielt sie sogar Polizeischutz, da sie Morddrohungen erhalten hatte. Zwei Polizisten aus Graz begleiteten sie in einem VW-Käfer. Später berichtete sie schmunzelnd, dass diese ihre "Freunde" gewesen seien, die sie vor einer vermeintlichen Entführung durch einen US-Sender bewahrten.

Belagerung zu hause und manager-angebote

Auch zu Hause, auf der Winklmoosalm, wurde die Familie von Fotografen und Fans belagert. Briefe und Pakete stapelten sich zu ganzen Zimmern. Freizügige Magazine boten ihr Geld für Nacktfotos. "200 Manager wollten mich vermarkten", erzählte Mittermaier später. Die Zeit nach Olympia war ein wahrer Wahnsinn.

Karriereende und das leben danach

Ende Mai 1976 beendete Rosi Mittermaier ihre aktive Karriere. Sie wurde von der Agentur IMG des PR-Gurus Mark McCormack betreut, die auch andere Sportstars wie Arnold Palmer und Jackie Stewart vertrat. Doch was ihr wirklich wichtig war, waren die Familie und das Dasein für andere. Und diese Werte begleiteten sie bis zu ihrem Tod am 4. Januar 2023.

Ein bescheidener abschied

Auch in ihren letzten Stunden sei ihr wichtig gewesen, nicht im Vordergrund zu stehen, so Christian Neureuther. Rosi Mittermaier starb im Alter von 72 Jahren an Krebs in Garmisch-Partenkirchen. Sie hinterlässt das Bild einer außergewöhnlichen Sportlerin und eines unglaublich bescheidenen Menschen, deren Werte bis heute Vorbild sind.