Roma-star el aynaoui überfallen: bewaffnete bande knebelt familie
Um 3.07 Uhr, noch in der tiefsten Dunkelheit, schlugen sechs schwarz Vermummte die Terrassentür ein. Fünf Minuten später kniete Neil El Aynaoui barfuß auf dem Marmorboden, eine Kalaschnikow im Nacken, während die Angreifer seine Mutter, seine Partnerin, seinen Bruder und dern dessen Freundin mit Kabelbindern in das Gästezimmer sperrten. In Castel Fusano, nur drei Kilometer vom Trainingszentrum Trigoria entfernt, wurde der marokkanische Mittelfeldspieler von AS Roma zum neuen Opfer einer Serie, die italienische Fußballprofis seit Jahren in Atem hält.
Die beute: 10.000 euro schmuck, ein rolex oyster und limitierte dior-taschen
Die Männer wussten genau, wo sie suchen mussten. Sie glichen Profis aus. Schublade für Schublade, Safe, Ankleidezimmer – alles war innerhalb von zwölf Minuten geleert. Die Täter flüchteten über die Uferstraße nach Ostia; ein Nachbar hörte noch das Quietschen von Reifen auf nassem Asphalt. Als die Mobile Einheit Rom eintraf, war nur noch die zerbrochene Glasscheibe und das Entsetzen zurück.
El Aynaoui rief sofort Sportdirektor Fabio Paratici an, der ihn um 4.47 Uhr aus der Wache abholte. Der Klub bestätigte daraufhin, dass der 24-Jährige das Training vor dem Liga-Spiel gegen Bologna absagt. „Wir stehen voll hinter Neil, die Sicherheit unserer Spieler ist nicht verhandelbar“, lautete das Statement – eine Floskel, die nach den fünf Einbrüchen der vergangenen 18 Monate langsam hohl klingt.

Castel fusano – ein stadtteil, der zur schießbude mutiert
Die Liste liest sich wie ein Who-is-Who der Roma-Geschichte: Mexès, Panucci, Smalling, Zaccagni, Basic. Alle beklaut, manche geschlagen. Die Gemeindeinstanz für öffentliche Sicherheit will bislang keine zusätzlichen Patrouillen, weil „keine erhöhte Gefahrenlage“ vorliege. Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache: 23 Überfälle auf Fußballspieler in der Region Latium seit 2020, kein einziger Prozess wegen Mangel an Beweisen.
El Aynaoui selbst war erst im Sommer für 7,5 Millionen Euro von Lens gekommen. Seine erste Saison in Italien endet mit einem Trauma, nicht mit Toren. Freunde berichten, er schlafe seit der Tat mit dem Licht an und prüfe zweimal, ob die Haustür wirklich verschlossen ist. Der psychologische Support des Klubs läuft, doch die Frage bleibt: Wer tröstet einen jungen Mann, der sich in seinem eigenen Wohnzimmer nicht mehr sicher fühlt?
Die Ermittler gehen von Insiderwissen aus. Das Vorgehen war zu routiniert, die Flucht zu sauber. Die Videoüberwachung an der Via della Mistica lieferte lediglich verschwommene Silhouetten. Wer den Profis so nah kommt, ist Teil ihres Umfelds – oder bezahlt dafür. Die Gewissheit: Die nächste Nacht wird wieder eine sein, in der sich mancher Spieler wünscht, nicht so auffällig erfolgreich zu sein.
