Kreuzband-drama: ehc olten verliert sterchi für die saison

Simon Sterchi fällt aus. Fertig. Der Kreuzbandriss des Flügelstürmers trifft den EHC Olten mitten ins Herz – und das nach dem 1:3 gegen HC Sierre, das die Serie wieder auf 1:1 egalisiert.

Die diagnose kam per mrt, die saison ist damit gelaufen

31 Jahre, 56 Spiele, vier Tore, 17 Assists – und nun mindestens ein halbes Jahr Pause. Die Untersuchung bestätigte, was sich die Powermäuse nach dem Zweikampf im zweiten Drittel schon dachten: Sterchi konnte nicht weiterspielen, humpelte in die Kabine, schaute in die Röhre. Die Saison ist für ihn vorbei, der Start der nächsten steht auf dem Prüfstand. Vertrag bis 2027 hin oder her – der Körper schreibt sein eigenes Reglement.

Die Niederlage selbst wäre zu verkraften gewesen. Sierre nutzte die erste Viertelstunde, schraubte die Intensität hoch, traf zum 1:0 und später zum 2:0. Olten kam heran, doch der Anschlusstreffen half wenig. Der Endstand 1:3 bedeutet das „Rebreak“, wie die Walliser es nennen. Die Serie geht ins dritte Spiel am Dienstag, doch die Stimmung ist längst nicht mehr ausgeglichen.

Trainer muss reihen umbauen – kader wird dünner

Trainer muss reihen umbauen – kader wird dünner

Was bedeutet das für den EHC Olten? Er verliert nicht nur einen erfahrenen Akteur, sondern auch eine Option im Powerplay und eine Stimme in der Kabine. Sterchi gehört zu den Leuten, die das Spiel lesen wie andere den morgenden Zeitungskommentar. Nun muss der Trainer die Reihen schieben, Jugendspieler oder Leihgeschäfte werden geprüft. Die Qualifikationsphase war anstrengend genug, nun droht ein personlicher Engpass.

Die Powermäusen haben in den letzten Jahren gelernt, mit Verletzungen umzugehen – aber ein Kreuzbandriss ist kein Prellung. Die physiologische Uhr tickt laut, die Gegner riechen Schwäche. Sierre reist mit Selbstvertrauen ins dritte Duell, Olten mit Sorgenfalten. Die Fans in der Kleinholz-Halle werden Sterchi fehlen, seine robusten Vorstöße, seine präzisen Passscheiben. Ohne ihn wirkt das Angriffsgerüst plötzlich zerbrechlich.

Die Saison ist noch nicht verloren, aber sie ist längst nicht mehr dieselbe. Der EHC Olten muss nun beweisen, dass eine Mannschaft mehr ist als die Summe ihrer verletzten Teile. Der Sieg im ersten Spiel war ein Break – der Ausfall von Sterchi ist ein Bruch. Die nächsten Tage zeigen, wie gut die Nähte halten.