Román: vom bankdrücker zum wm-kandidaten?
Leo Román hat eine Saison hinter sich, die von Höhen und Tiefen geprägt war. Was als Plan B begann, könnte ihn nun direkt in die spanische Nationalmannschaft führen – ein Aufstieg, der die Fußballwelt überrascht.
Die geduld zahlt sich aus: vom reservisten zum rückhalt
Nach einem glänzenden Jahr bei Oviedo in der Liga Hypermotion wurde Román im Sommer von Mallorca zurückgeholt, um Dominik Greiff herauszufordern. Arrasate, der Trainer, pflegte eine ungewöhnliche Rotation im Tor, die Román frustrierte, wie er selbst zugab. Doch der Ibicenco ließ sich nicht entmutigen. In nur acht Ligaspielen zeigte er, dass er mehr als nur ein Backup ist. Entscheidend waren dabei zwei Partien: gegen Real Madrid und den FC Barcelona. Mallorca verlor zwar beide Spiele knapp, doch Románs herausragende Leistungen verhielten eine noch höhere Niederlage. Seine Reflexe und Agilität offenbarten einen Torwart von Weltklasseformat und entfachten eine Debatte auf Mallorca.
Der Sommerwechsel von Greiff zum FC Atlético Madrid ebnete Román den Weg zum Stammkeeper. Die erste Saison in dieser Rolle verlief jedoch holprig. Konstanz war sein Problem, besonders bei hohen Bällen. Doch mit dem Amtsantritt von Demichelis scheint sich ein Umdenken vollzogen zu haben. Román strahlt wieder die Sicherheit aus, die er bereits gegen Barça und Madrid bewies. Gegen die Königlichen war er schlichtweg der beste Mann auf dem Platz und entschärfte zahlreiche Angriffe von Mbappé, der alles versuchte, um die Null zu halten. Ein echter Gato, ein echter Kater, wie die Marca am Montag schrieb.

Atlético im visier: der nächste karriereschritt
Und die Marca weiß noch mehr: Leo Román steht auf der Vorliste von Luis de la Fuente für die WM. Matías Prats verriet bereits vor einem Monat in Radio Marca, dass Atlético Madrid das Talent seit einiger Zeit genau beobachtet und ihn im Sommer bereits in Erwägung gezogen hatte. Ein Wechsel zu den Rojiblancos wäre ein gewaltiger Sprung nach vorne, eine Chance, sich auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln. Die Konkurrenz im spanischen Tor ist zwar groß – Unai Simón, David Raya, Joan García und Álex Remiro kämpfen ebenfalls um ihren Platz – doch mit 25 Jahren und seiner beeindruckenden Entwicklung ist Román ein ernstzunehmender Kandidat. Nach Abschluss der WM könnte er zu einer festen Größe im spanischen Nationalteam werden.
Die Geschichte von Leo Román ist ein Beweis dafür, dass Geduld und Leidenschaft Früchte tragen können. Von der Bank in die WM – ein Traum, der für den jungen Torwart in greifbare Nähe rückt. Und wer weiß, vielleicht ist er ja schon bald die Nummer eins im Tor der Furia Roja.
