Rom wird zum chaos: spielzeit-poker um derby und champions-league-rennen!
Rom – Die Entscheidung über den Spieltermin des mit Spannung erwarteten Derbys zwischen Roma und Lazio droht zu einem handfesten Chaos zu werden. Nicht nur die Fans, sondern auch die beteiligten Vereine und sogar die römische Stadtverwaltung geraten in einen erbitterten Machtkampf um den besten Termin für das prestigeträchtige Duell.
Ligas boss de siervo setzt auf sonntagmittag
Lega Serie A-Boss Luigi De Siervo scheint sich bereits entschieden zu haben: Seine Präferenz liegt auf einem Anstoß am Sonntag um 12:30 Uhr. Begründet wird dies mit dem Wunsch nach zeitgleicher Austragung mehrerer Spiele, in denen die Teams um die Qualifikation für die Champions League kämpfen. „Wir versuchen, alle Interessen unter einen Hut zu bringen – von der öffentlichen Ordnung über das Finale der Internationalen Tennisturniere bis hin zu den Erfordernissen der letzten beiden Spieltage“, erklärte De Siervo in einem Interview mit „La politica nel pallone“.
Er wies zudem darauf hin, dass die zeitgleiche Austragung von Spielen mit gleichen Zielen dazu diene, die Regelmäßigkeit der Liga zu schützen. Eine Position, die bereits Tage zuvor von Liga-Präsident Simonelli vertreten wurde und bei Lazio-Trainer Maurizio Sarri für heftige Kritik sorgte.

Sicherheitsbedenken zwingen zum umdenken
Doch die Pläne der Liga stoßen auf massiven Widerstand. Die Präfektur und die Questura Roms sehen erhebliche Sicherheitsrisiken in der vorgeschlagenen Terminierung. Die gleichzeitige Durchführung des Derbys, des Finales der Internationalen Tennisturniere und einer geplanten Protestveranstaltung von Lazio-Fans am Ponte Milvio stellt die Sicherheitsbehörden vor unlösbare Aufgaben. „Es wäre unrealistisch, einen Sicherheitspolizeiplan zu erstellen, der all diese Ereignisse gleichzeitig berücksichtigt“, so ein Sprecher der Questura.
Daher drängt die Behörde auf eine Verschiebung des Spiels auf den folgenden Montag um 18 Uhr. Ein Vorschlag, der von der Lega Serie A jedoch auf taube Ohren stößt. Auch die Fernsehsender scheinen wenig begeistert von der Idee eines späten Montagsspiels.

Römisches politik-gewitter
In die hitzige Debatte hat sich nun auch Stadtrat Alessandro Onorato eingeschaltet. Er betonte, dass Rom stets in der Lage sei, mehrere Großveranstaltungen gleichzeitig zu bewältigen. „Die Finalspiele der Internationalen Tennisturniere waren uns schon lange bekannt – es ist an der Zeit, dass die Kalender so gestaltet werden, dass Sportveranstaltungen, die mittlerweile nicht mehr zweitrangig sind, miteinander koordiniert werden“, so Onorato. Er plädierte für einen Anstoß am Montag um 21 Uhr, um auch Berufstätigen die Möglichkeit zu geben, das Spiel zu besuchen. Onorato forderte zudem eine klare Haltung der Regierung in dieser Angelegenheit.
Die Entscheidung muss schnell fallen. Bis morgen steht die offizielle Bekanntgabe der Spielzeiten für die vorletzte Runde der Saison an. Ob die Liga ihren Plan durchsetzen kann oder ob die Sicherheitsbedenken und die politischen Interventionen einen Strich durch die Rechnung ziehen, bleibt abzuwarten. Die Fans können nur hoffen, dass die Verantwortlichen bald zu einer Einigung gelangen, bevor das Derby zu einem unvergesslichen Chaos-Event wird.
