Rohr attackiert caf: afrika-cup-final-urteil versetzt spieler in ein albtraum-loch

Gernot Rohr hat mit zweifacher Wut auf das nachträgliche Urteil reagiert, das den Senegal den Afrika-Cup-Titel wieder abnahm. „Das ist eine unglaubliche Sache, es hätte nie dazu kommen dürfen“, sagte der Coach der Nationalmannschaft von Benin der Zeitung Rheinpfalz. Der gebürtige Mannheimer kritisiert: Die Strafe hätte schon im Finalspiel fallen müssen – nicht zwei Monate später.

Warum der schiri in der 87. minute nicht abpfiff

Die Szene ist schnell erzählt, aber ihre Folgen dauern an. Im Finale gegen Marokko war das Team nach einer umstrittenen Elfmeterentscheidung für die Gegner 20 Minuten lang vom Platz. Als die Löwen von Teranga zurückkehrten, erzielten sie in der Nachspielzeit das 1:0. Triumph, Jubel, Ticker-Nachrichten um die Welt – alles schien klar. Doch der afrikanische Verband CAF revidierte das Ergebnis am Dienstag und erklärte Marokko nachträglich zum Champion.

Rohr, 72, der Benin seit 2023 betreut und im Achtelfinale an Ägypten gescheitert war, sieht darin einen Präzedenzfall mit Sprengkraft. „Wenn eine Mannschaft zwanzig Minuten nicht mehr auf dem Platz ist, muss man sagen: Jetzt ist Schluss. Aber das wurde verpasst“, wettert er. Die Konsequenz: Die Spieler des Senegal erlebten 57 Tage lang das Gefühl von Meisterlichkeit – um es dann mit einem Federstrich verlieren zu müssen. „Das ist fast unmenschlich“, so Rohr.

Was das urteil für den fußball in afrika bedeutet

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Die Entscheidung wirft Fragen auf, die über das Finale hinausgehen. Denn wer nachträglich Spiele umwirft, erschüttert das Vertrauen in die Regelwerke. Sponsoren, TV-Rechte, Wetten – alle Geschäftsbereiche beruhen auf der Annahme, dass Ergebnisse nach 90 Minuten fix sind. „Ich finde es bedauerlich für den Fußball in Afrika und der ganzen Welt, dass so etwas passiert ist“, sagt Rohr. Sein Fazit klingt wie ein Appell: Entscheidungen müssen auf dem Platz fallen, nicht im Nachhinein auf dem Papier.

Für den Senegal geht es jetzt um mehr als nur einen Pokal. Es geht um das Gefühl, unbesiegbar gewesen zu sein – und plötzlich mit leeren Händen dazustehen. Die nächsten Tage werden zeigen, ob der Verband weitere Berufung zulässt. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob das Vertrauen der Spieler zurückkehrt.