Psg fegt chelsea weg: enrique ruft den bock um – ist das die wende?

London war keine Falle, sondern eine Demonstration. Paris St. Germain schlug Chelsea beim 3:0 so gnadenlos, dass selbst Stamford Bridge nach 20 Minuten verstummte. Khvicha Kvaratskhelia und Bradley Barcola trafen früh, Senny Mayulu später – 8:2 lautet das Gesamturteil. Der Titelverteidiger zieht als erste Mannschaft ins Viertelfinale ein.

Enrique löscht die remontada-angst mit zwei haken

Luis Enrique kannte das Déjà-vu. 2017 führte sein Barcelona beim 6:1 gegen PSG das berüchtigste Comeback der Champions-League-Geschichte ein. Diesmal warnte er vor dem eigenen Komplott. Die Antwort seiner Spieler kam in Form von zwei Toren innerhalb von 13 Minuten. „Wir haben nicht verteidigt, wir haben dominiert“, sagte der Spanier nach dem Schlusspfiff. Die Zahlen bestätigen ihn: 2,3 erwartete Tore (xG) für PSG, nur 1,1 für Chelsea – trotz 18 Schüssen der Blues.

Matvei Safonov war der Grund, warum die Statistik keine Beute wurde. Der russische Keeper klärte zweimal auf der Linie, lenkte einen Kopfball an den Pfosten und ließ sich nach dem 3:0 sogar noch einmal auszeichnen. „Ohne ihn verlassen wir London nicht mit weißer Weste“, räumte Enrique ein. Seine Spieler nennen Safonov intern „Der Architekt“ – weil er aus dem Nichts Fundamente baut.

Kvaratskhelia wird zur ein-mann-halbzeit

Kvaratskhelia wird zur ein-mann-halbzeit

Georgiens Kraftpaket war an vier der acht PSG-Tore im Doppelpack beteiligt. Beim 0:1 scherte er von links durch den Sechzehner, beim 0:2 legte er quer auf Barcola. „Ich habe nur meine Schnelligkeit genutzt“, sagt er und klingt, als erzähle er von einem Lauf im Park. Die Premier League scoutete ihn zweimal intensiv, doch Kvaratskhelia blieb. Nun lautet sein Preisschild: 100 Millionen Euro – plus Corona-Popcorn.

Doch die Show hatte einen Riss. Nach dem 3:0 schaltete PSG auf Sparflamme, Chelsea kam zu fünf Großchancen in 25 Minuten. Enrique tobte an der Seitenlinie, schrie „¡Vuelta!“ – Zurück!, doch seine Abwehr spielte Katz und Maus. „So etwas bestraft ein Bayern oder ein City“, warnte Kapitän Marquinhos. Der Brasilianer sprach es aus, was alle dachten: Das Viertelfinale wird ein anderer Film.

Triple-trauma oder triple-traum?

Triple-trauma oder triple-traum?

Die Saison begann mit einem Kratzer. PSG verlor das Supercup-Pendant in Frankreich, strauchelte in der Ligue 1, Enrique wechselte wie ein DJ, der seine Platten verfehlt. Nun droht dieselbe Frage wie vor einem Jahr: War das Achtelfinale der Katalysator? 2024 zerlegte Liverpool im Achtelfinale und PSG fand zur Bestform – bis ins Finale. Enrique winkt ab: „Der Wendepunkt ist Ihr Wort, nicht meiner.“

Trotzdem zeigt die Tabelle einen klaren Schwung: 11 Siege in den letzten 13 Pflichtspielen, 32 Tore, nur fünf Gegentore. Die Physiologen messen eine 12-Prozent-Steigerung der Sprintleistung seit Januar. Das Trainingslager in Doha wurde verlängert, die Spieler trainieren nach dem Abpfiff noch 20 Minuten neben dem Bus. „Wir wissen, wo wir hinwollen“, sagt Enrique und meint: Wembley, 31. Mai.

Die Champions League hat ihren ersten Viertelfinalisten. Die anderen zittern noch. PSG schon nicht mehr – zumindest bis zur Auslosung. Dort könnte der Bock erneut umgewendet werden. Doch bis dahin gilt: Paris dominiert, London schwieg, Europa atmet auf – und vielleicht ein bisschen auch ein.