Riquelme zündet turbine: real-madrid-kampfwahl in greifbarer nähe

Enrique Riquelme trägt den offiziellen Stempel von „vielleicht“ nur noch pro forma. Auf einer Benefizgala der Clínica Menorca in der Ciudad de la Raqueta ließ der Unternehmer aus Alicante keinen Zweifel: Er hat das Geld, er hat das Netzwerk – und er hat die Nase voll von Warten.

„Wir lassen uns nicht einfach vertrösten“

Die Deadline ist nicht verhandelbar. „Zwei, drei Tage“, sagt Riquelme und zählt dabei offenbar nicht bis zehn. Die Verkündung seiner Kandidatur für das Präsidentenamt bei Real Madrid soll fallen, bevor der Klub die nächste Woche mit einem Testspiel in die Vorbereitung startet. „Wir wollen keine Show, wir wollen ein Konzept für ein neues Real Madrid der kommenden zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre“, präzisiert er. Der Ton klingt nicht nach Schachtel, sondern nach Strategie.

Die Hürde des notwendigen Bürgschaftsbriefs hat er längst im Rücken. „Sí, por supuesto“, antwortet er auf die Frage, ob die 15 Prozent des Gesellschaftskapitals bereits hinterlegt sind. Mehr noch: Riquelmes Umfeld bestätigt, dass mindestens zwei Finanzinvestoren aus dem Golfbereitschaft zur Seite stehen, sollte die Kampagne zusätzliche Liquidität brauchen.

Florentino pérez spürt den druck im nacken

Florentino pérez spürt den druck im nacken

Keine einzige Kampfwahl hat der Amtsinhaber seit 2009 bestreiten müssen. Nun droht ihm erstmals ein Gegenkandidat, der nicht nur Reden schwingt, sondern auch Zahlen. Riquelme baut seine Argumentation auf drei Säulen: nachhaltige Stadionfinanzierung, Erweiterung der globalen Markenpartnerschaften und eine Akademie-Offensive, die Campus-Mannschaften bis zur vierten Liga umfassen soll.

Intern reagiert die Geschäftsstelle mit einem Dementi, das keines ist. „Wir respektieren jede demokratische Entscheidung“, heißt es in einem internen Rundschreiben, das der Redaktion vorliegt. Der Stiftungsrat tagt bereits am Freitag – ein Termin, der vor einer Woche noch nicht im Kalender stand.

Riquelme selbst bleibt auf Achse. Noch am Abend flog er zurück nach Madrid, um mit ehemaligen Spielern und Sponsoren zu telefonieren. Die Devise: keine Halbzeitergebnisse. Entweder er tritt mit einem Komplettpaket an, oder er verzichtet ganz. „Unsere Mitglieder verdienen keine Farce, sie verdienen eine echte Debatte“, sagt er knapp.

Die Uhr läuft. Werden die nächsten 72 Stunden über die Richtung des größten Sportvereins der Welt entscheiden? Riquelme lächelt nur. „Spätestens am Montag wisst ihr Bescheid.“