Rijeka-boss mišković lüftet geheimnis: fiorentina-talente wählten serie b statt europa
Kein einziger Spieler wollte. Fünfzig Profis standen beim AC Florenz auf der Gehaltsliste, und keiner wagte den Schritt nach Rijeka – obwohl kroatische Conference-League-Luft winkte. Damir Mišković, Präsident des HNK Rijeka, packte am Freitag aus.
Mitten in den Verhandlungen um Marko Fruk im vergangenen Sommer hatte der Investor spontan nachgelegt: „Wenn ihr schon fünfzig Mann unter Vertrag habt, gebt mir doch ein paar Leihgaben. Unsere Europa-Kampagne ist die perfekte Bühne.“ Die Antwort: Schweigen. Null Interesse.
Nur die zweite liga zog stärker
Miškovićs bittere Bilanz: „Nicht einmal die, die bei Fiorentina keine Perspektive haben, wollten Rijeka sehen. Für sie zählt offenbar allein die Serie B, egal ob wir international spielen oder nicht.“
Die Kalkulation der jungen Viola ist knallhart. Zweite italienische Liga bedeutet Fernsehgeld, Stadionatmosphäre und Scouting-Präsenz der Serie-A-Klubs. Europacup in Rijeka? Ein Abstecher in eine Liga, die außerhalb Kroatiens kaum jemand verfolgt.

Was mišković nicht sagt: die zahlen dahinter
Ein Leihgeschäft nach Kroatien hätte den Spielern zwar Minuten garantiert, aber das Gehaltsspektrum von Rijeka liegt laut Insidern deutlich unter dem italienischen Durchschnitt. Ein 20-Jähriger bei Fiorentina II kassiert dort oft mehr als ein Stammkicker bei den Adria-Adlern.
Die Konsequenz: Mišković musste auf dem Transfermarkt anderweitig zuschlagen und verpflichtete stattdessen drei Slowenen und einen Bosnier. Fruk selbst wechselte letztlich für 2,3 Millionen Euro – ein Schnäppchen, das ohne Begleitpersonal aus Florenz kam.
Der Vorfall zeigt, wie stark die italienische Serie B mittlerweile wirkt: junge Talente riskieren lieber ein Jahr Ascoli oder Cittadella als den Sprung in eine ungewisse kroatische Saison. Für Rijeka bleibt die Erkenntnis: Geld allein lockt nicht, wenn das Kalkül der Spieler lautet – Heimat vor Horizont.
