Gall: zweiter platz im giro – „schön, der beste der anderen zu sein!
Felix Gall hat das 20. Etappenrennen des Giro d'Italia als Zweiter beendet. Der Tiroler, der Jonas Vingegaard in der Gesamtklassifikation nicht besiegen konnte, blickt dennoch stolz auf seine Leistung zurück und feiert den ersten Podestplatz in einem großen Etappenrennen seiner Karriere.

Historischer erfolg für österreich im radsport
Der Giro d'Italia 2024 markiert einen besonderen Moment für den österreichischen Radsport. Felix Gall sicherte sich den zweiten Platz, womit er einen 69 Jahre alten Rekord durchbrach. Der letzte österreichische Podestplatz datiert aus dem Jahr 1955, als Adolf Christian beim Tour de France den dritten Platz belegte. Georg Totschnig erreichte 2003 als Fünfter das beste Ergebnis für Österreich im Giro d'Italia – eine Leistung, die Gall nun deutlich übertrifft.
Gall selbst zeigte sich nach dem Rennen erschöpft, aber glücklich. „Wir können unglaublich stolz auf das sein, was wir in diesen drei Wochen erreicht haben. Das Team war perfekt“, sagte der 28-Jährige. Der Gewinn des zweiten Platzes ist nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern auch ein Triumph für das gesamte Team Decathlon CMA CGM. Seine Leistung wurde maßgeblich durch den Einsatz seines Landsmanns Gregor Mühlberger unterstützt, der ihm als starker Helfer zur Seite stand.
Vingegaard dominiert, Gall nutzt seine Chance
Während Jonas Vingegaard das Rennen souverän beherrschte und die Gesamtführung nicht abgeben musste, nutzte Felix Gall seine Chance und etablierte sich als der stärkste Konkurrent des Dänen. Fünf zweite Plätze in Berg-Etappen – Blockhaus, Corno alle Scale, Pila, Carì und Piancavallo – zeigten Gall's außergewöhnliche Fähigkeiten als Bergfahrer. Der Abstand von über fünf Minuten zwischen Gall und Vingegaard spiegelt jedoch den Klassenunterschied zwischen den beiden Fahrern wider.
„Jonas ist einfach auf einem anderen Level“, räumte Gall ein. „Aber für mich war es etwas Besonderes, in Piancavallo, nicht weit von Österreich, ins Ziel zu kommen. Es war großartig, so viele Landsleute am Streckenrand zu sehen und meinen Namen zu hören. Das war wirklich etwas Besonderes.“
Gall, der im vergangenen Jahr Fünfter beim Tour de France und Achter bei der Vuelta a España wurde, blickt nun optimistisch auf die Zukunft. Seine Vorbereitung auf den Giro d'Italia war gut, und ihm gelangen mehrere glückliche Umstände – keine Stürze, keine Krankheiten. Alles lief nahezu perfekt.
Ein besonderes Augenmerk verdient sein einziges bisheriges Etappensieg im Profiberuf: Beim Tour de France 2023 siegte er in Saint-Gervais Mont-Blanc, einem Sieg, der gleichzeitig mit einer Krise von Tadej Pogacar und dem Wegfall seines Rivalen zur Macht Vingegaard zusammenfiel. Nun erwartet ihn ein Wiedersehen mit Vingegaard auf dem Podium in Rom – ein würdiger Abschluss einer herausragenden Saison.
