Ried vs. lask: cup-kracher um das letzte ticket nach klagenfurt

Der Nebel hat sich verzogen, die Karten sind neu gemischt: Am Mittwoch (18 Uhr, LIVE! bei kicker) entscheidet sich im oberösterreichischen Kellerduell zwischen SV Ried und LASK, wer am 1. Mai im Wörthersee Stadion gegen Altach um den ÖFB-Cup kämpft. Die Partie war vor zwei Wochen wegen dichten Dunsts abgesagt worden – nun droht erneut kein Spielabbruch, wohl aber ein Spielabbruch der Gefühle.

Altach wartet, ried und lask liefern sich schlagabtausch

Die Statistik spricht für die Linzer: Sieben Final-Einzüge stehen in der Vereinschronik, zuletzt 2021, als man sich Salzburg geschlagen gab. Nur einmal allerdings durfte der LASK die Trophäe stemmen – 1965 im legendären Double-Jahr. Die SV Ried holte sich den Pokal 1998 und 2011, zuletzt stand man 2022 im Endspiel. Doch Zahlen interessieren Trainer Maximilian Senft gerade herzlich wenig. „Die Rollen sind klar verteilt“, sagt der 36-Jährige, „aber wir haben bewiesen, dass wir jedem österreichischen Klub wehtun können.“

Die Wehtat gelang zuletzt der WSG Tirol: Nach fünf sieglosen Partien schlug Ried die Tiroler 2:1, rutschte in der Qualifikationsgruppe auf Platz zwei – punktgleich mit Altach. Der LASK startete mit einem 0:0 gegen Hartberg in die Meistergruppe und liegt drei Zähler hinter Spitzenreiter Sturm Graz. Ein Erfolg im Cup würde nicht nur die erste Trophäe seit 59 Jahren bedeuten, sondern auch das vermeintliche Traum-Double einläuten. Trainer Dietmar Kühbauer, der im Vorjahr mit dem WAC den Pokal holte, blockt konsequent ab: „Uns erwartet ein emotionaler Cup-Fight mit vielen Zweikämpfen. Wichtig ist, physisch präsent und mental klar zu bleiben.“

Elfmeter-training und publikumsmagnet: ried bereitet sich auf alleingang vor

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Die Rieder haben das mögliche Elfmeterschießen komplett durchprobt. „Die Jungs haben in der vergangenen Woche Extra-Elfer geschossen“, verrät Senft. Mentaler Vorteil? Vielleicht. Auf dem Papier ist der LASK klarer Favorit. Samuel Adeniran will „für unsere Fans gewinnen“, Nationalteam-Rückkehrer Sasa Kalajdzic fordert: „Wir müssen Feuer und Flamme sein.“

Die Fans werden sich nicht einig, sie werden sich entzweien. Oberösterreich ist gespalten, die Stadt Ried erwartet 5.000 mitgereiste LASK-Anhänger, die Polizei hat bereits Sondermaßnahmen angekündigt. Das letzte Cup-Finale in Klagenfurt ist noch nicht ausverkauft, doch wer am Mittwoch triumphiert, kann sicher sein: Die Nachfrage explodiert. Der Sieger bekommt nicht nur den Pokal, sondern auch ein Stück Geschichte. Und die Niederlage? Die verdammt sich selbst für 90 Minuten ins Vergessen.