Reyer venezia schreibt geschichte: erstmals in der euroleague final six
Es war ein Abend, der in die Geschichte des italienischen Frauenbasketballs eingehen wird. Reyer Venezia hat sich im dritten Spiel des Viertelfinals gegen den Erzrivalen Schio mit 63:51 durchgesetzt und steht damit erstmals in der Final Six der EuroLeague. Das ausverkaufte Taliercio bebte — und am Ende war es nicht Glück, sondern Charakter.
Ein derby unter hochspannung, das venezia mit teamgeist entschied
Wer erwartet hatte, dass dieses dritte Spiel locker über die Bühne geht, wurde früh eines Besseren belehrt. Beide Teams standen sich mit einer Anspannung gegenüber, die man beinahe greifen konnte. Schio kämpfte sich aus einem 13-Punkte-Rückstand zurück bis auf 50:50 — vier Minuten vor Schluss. Genau dort entschied sich alles.
Venezia wackelte nicht. Die Antwort war kein spektakulärer Dreier, kein Einzelauftritt. Es war Abwehrarbeit, Kollektivwille und zwei entscheidende Offensivrebounds von Charles, die den Weg freimachten. Das 9:0-Teilresultat in der Schlussphase spricht eine eigene Sprache.

Die zahlen hinter dem sieg
Venezia erzielte 18 Punkte nach Ballgewinnen — das ist keine Zufallszahl, das ist das Ergebnis eines Systems. Dojkic führte die Angreifer mit 15 Punkten an, Charles steuerte 12 bei, Pan 11. Auf der anderen Seite war Shepard mit 16 Punkten die einzige Schio-Spielerin in zweistelligen Werten — zu wenig, um ein Derby zu gewinnen.
Besonders bewegend war der Auftritt von Sottana: 7 Punkte und 3 Assists in dem, was ihr letztes EuroLeague-Spiel einer großen Karriere gewesen sein dürfte. Sie gab bis zur letzten Sekunde nicht auf. Das verdient Respekt — auch wenn es am Ende nicht gereicht hat.

Saragossa wartet: venezia trifft auf girona
Die Final Six finden vom 15. bis 19. April in Saragossa statt. Venezia eröffnet das Turnier am 15. April gegen Girona. Der Gewinner dieser Partie trifft im Halbfinale auf Fenerbahçe. Auf der anderen Seite des Tableaus messen sich Landes und der Gastgeber Saragossa, während Galatasaray auf seinen Halbfinalgegner wartet.
Für die Spielerinnen beider Teams gibt es vorerst keine Verschnaufpause. Schon morgen versammelt sich die italienische Nationalmannschaft in Rom — von 11. bis 17. März stehen die WM-Qualifikationsspiele in San Juan, Puerto Rico auf dem Programm. Der Kalender zeigt keine Gnade.
Venezia hat 30 Jahre auf diesen Moment gewartet. Jetzt sind sie in Saragossa dabei — und sie haben bewiesen, dass sie nicht nur zufällig dort sind.
