Reike meyer wirft hin: rwe-aufsichtsrat platzt bei nlz-sondersitzung der kragen

Die Betriebsversammlung des Nachwuchsleistungszentrums sollte eigentlich über ein schlankeres DFB-konformes Organigramm informieren. Stattdessen schlug Reike Meyer in Rot-Weiß Erfurt mit seinem sofortigen Rücktritt ein Loch in die Führungsetage – und ließ die Geistersender der Insolvenzzeit wieder aufleuchten.

„Ich kann den umgang mit den loyalen nicht länger mittragen“

Meyer schickte seinem Rauswurf eine Mail voraus, die beim kicker landete. Kernbotschaft: Die Kündigung von Frank Tanne und das Aus für Sportlicher Leiter Steffen Knäbe seien „weder transparent noch nachvollziehbar“. Für den Aufsichtsrat, der die Existenz des Klubs während der Insolvenz nur deshalb überstand, weil Mitarbeiter auf Gehalt verzichteten, ist das ein Affront.

Rolf Hildebrandt, verbliebenes Kontrollgremium, kontert: Das neue Modell mit zwei Vollzeit-Sportdirektoren erfülle DFB-Vorgaben. Tanne habe „kein Platz mehr“ – ein Satz, der im Thüringer Fußball für Furore sorgt, seitdem bekannt wurde, dass der bisherige pädagogische Leiter kurzfristig freigestellt wurde.

Sparkurs trifft symbolfigur

Sparkurs trifft symbolfigur

Meyer galt intern als Stimme der Beschäftigten. Seine flammende Rede auf der Mitgliederversammlung 2023 neben Insolvenzverwalter Volker Reinhardt war legendär. Nun verlässt er das Schiff – und hinterlässt eine Lücke, die in Erfurt tiefer sitzt als jede Tabellenposition.

Die Regionalliga Nordost spielt seit Wochen ohne RWE in der oberen Hälfte mit. Die sportliche Leere könnte für den Traditionsklub folgenlos bleiben, doch die Imageschaden-Rechnung steigt. Ein Aufsichtsrat, der sich selbst zerlegt, während der DFB die Zertifizierung prüft? Das ist kein gutes Timing.

Am Dienstagabend verließ Meyer den Saal, ohne ein einziges Mal zurückzublicken. Mitarbeiter berichten von „stockendem Applaus“, der schnell verstummte. Die Betriebsversammlung endete mit einem Paukenschlag – und mit der Gewissheit, dass Rot-Weiß Erfurt seine nächste Krise nicht auf dem Platz ausfechten wird, sondern in den eigenen Reihen.