Reichert fällt aus – berlin droht der totale kollaps
München, siebter März, 21:36 Uhr. Der Sieg war schon in der Tasche, da knickte Moritz Reichert weg. 3:0 beim TSV Haching, doch die Berliner jubelten nicht. Sie trugen ihren Außenangreifer vom Feld, ein Gesicht vor Schmerz, ein Team vor dem Aus.
Die virus-welle trifft die br volleys mit voller wucht
Florian Krage-Brewitz sprach, als hätte er den Satz schon ein Dutzend Mal diese Woche gesagt: „Jetzt haben wir mit Moritz wieder einen Spieler verloren. Das hilft uns absolut gar nicht.“ Die Stimme brach, die Saison droht zu brechen. Vorher fehlten schon Nehemiah Mote und Jelle Bosma, nun der deutsche Nationalspieler. Die Infektionsliste ist länger als der Kader.
Die Liga ist noch nicht verloren, das ist das Paradoxe. Berlin liegt dicht hinter Spitzenreiter SVG Lüneburg, die Hauptrunde entscheidet sich im Zielsprint. Doch wie will ein Rumpfteam die Play-off-Wellen überstehen? Der Pokal ist bereits Geschichte, der CEV-Cup nach dem 0:3 in Piacenza auf Messers Schneide – Rückspiel Mittwoch, 19:30 Uhr. Drei Tage, um sich neu erfinden oder untergehen.

Der zeitplan ist der nächste gegner
Am Mittwoch fliegt die Truppe nach Italien, ohne Reichert, vielleicht ohne weitere Starter. Krage-Brewitz‘ Plan klingt wie Notfallmedizin: „Wir schauen, dass wir Moritz bestmöglich mit nach Hause bekommen.“ Die Punkte aus München zählen nur, wenn am Ende noch genug Beine stehen, um sie zu verteidigen.
Die Fans in Berlin warten auf ein Wunder, der Verein auf Testergebnisse. Das Verletzungspech ist kein Schicksal mehr, es ist ein Gegner, der jeden zweiten Tag trifft. Wer soll den Angriff führen, wenn der Virus den Kader dezimiert und die Zeit nicht mehr reicht, um neue Gesundheit zu kaufen? Die Antwort liegt im Koffer nach Piacenza: klein, verletzt, aber mit dem letzten Funken Hoffnung, dass irgendjemand da hinten noch einen Schritt macht.
