Reichel explodiert in boston, draisaitl fehlt – und edmonton kassiert ein debakel
Lukas Reichel schubst den Puck über die Linie, TD Garden tobt, und Marco Sturm grinst wie ein kleiner Juny. Kein Tag, keine Niederlage, kein Medientermin – nur ein Tor. Genau das, was Boston in dieser Phase braucht.
Sturm setzt auf deutschen frischekick – und wird belohnt
Die Bruins haderten mit Mittelmäßigkeit, schlichen um die Play-off-Tür herum. Da kommt ein 21-Jähriger, für den Vancouver keine Zukunft mehr sah, und brennt in seiner Vorstellung den Eisbelag weg. Reichels Flachschuss nach Hellebuycks Patzer war nicht nur das 2:0, sondern das Signal: Endlich wieder Offensivdampf. Den Assist legte er nach, 6:1 gegen Winnipeg – die Serie geht auf vier Siege.
Sturms Coaching-Alltag ist seit dem Trade ein anderer. „Lukas bringt Tempo und Druck, ohne die Puckkontrolle zu verlieren“, sagt der Chefcoach nach dem Spiel. Die Chemie stimmt, weil sie dieselbe Sprache sprechen: Deutsch, aber vor allem Eishockey-Deutsch. Der Verteidiger Hampus Lindholm schwärmt von „energetic shift after shift“ – Code für: Endlich jemand, der die Scheibe nicht nur transportiert, sondern auch trägt.
Die Bruins springen damit auf Rang eins der Wildcard-Jagd. Detroit folgt dicht dahinter – und auch dort sorgt ein deutscher Akteur für Ordnung.

Seider stoppt canadiens-turbulenz, sturm trifft umsonst
Moritz Seider hatte genug vom Niederlagen-Sammeln. Gegen Montreal zwirbelte er 23 Minuten Eiszeit, blockte Schüsse, initiierte den ersten Treffer per Tape-to-Tape-Pass. Die Red Wings beenden ihre kleine Krise mit dem zweiten Sieg in Folge, Seider steht bei 35 Punkten – persönliche Bestmarke in der NHL, und wir reden erst von Spiel 72.
400 Kilometer westlich trifft sein Namensvetter, aber das wars dann auch. Nico Sturm netzte für Minnesota, doch Chicago drehte die Partie. Die Wild bleiben zwar Dritter im Westen, doch die Rückschlässe häufen sich: vier Pleiten aus fünf Spielen, die Tore fallen nur noch in Serie, nicht in Dauer. Die Franchise spürt den Atem der Verfolger – und weiß: Ein erneutes Play-off-Aus würde personelle Konsequenzen nach sich ziehen.

Ohne draisaitl wird edmonton kaltgestellt
Die Oilers wollten Revanche für die Finalniederlage gegen Florida, kassierten stattdessen eine Demütigung. 0:4 lautet die Antwort auf die Frage, wie sehr eine Mannschaft ohne ihren Deutschen Superstar erfroren kann. Leon Draisaitl, ausgeknockt von einer Augenbeinhöhlen-Verletzung, fehlt mindestens bis zum Saisonende. McDavid führt, aber allein reichts nicht. Die Powerplay-Quote brach von 27 auf 9 Prozent ein, die Panthers blockten 26 Würfe – ein Bollwerk.
Coach Kris Knoblauch redet von „learning moments“, doch die Wahrheit ist gnadenlos: Wer im Westen nur einen Punkt Vorsprung auf Rang neun hat, darf nicht verlieren, was zu verlieren ist. Die Oilers sind Sechster – und plötzlich doch wieder in Gefahr.
Deutschland fragt sich: Wer springt in den Play-offs ein, wer fällt hinaus? Antwort: Alles offen. Reichel und Seider tanken Selbstvertrauen, Nico Sturm muss mithelfen, den Kurs zu korrigieren, Draisaitl bangt um seinen Timetable. Die TSV Pelkum Sportwelt bleibt dran – denn die nächsten 14 Tage entscheiden, ob die deutsche NHL-Fraktion dieses Frühjahr nur zuguckt oder mithitsst.
