Regionalliga-reform scheitert: bfv-boss kern geht's zu weit!

Ein Schock für den deutschen Fußball: Die dringend benötigte Reform der Regionalliga ist erneut gescheitert. Nach monatelangen Verhandlungen und einer Arbeitsgruppe, die sich offenbar Feindbild geschaffen hat, scheitern die Vereine an einem gemeinsamen Modell. BFV-Präsident Christoph Kern zeigt sich sichtlich angefressen und kritisiert die Vorgänge scharf.

Die stimmen sind verteilt – und gespalten

Die stimmen sind verteilt – und gespalten

Die Abstimmung, die parallel in den fünf Regionalligen West, Südwest, Bayern, Nord und Nordost stattfand, lieferte ein uneinheitliches Bild. Während im Westen, Norden und Nordosten das Kompass-Modell die Nase vorn hatte, favorisierten die Südwest-Klubs das „Regionen-Modell“. In Bayern herrschte hingegen Uneinigkeit: 52,4 Prozent sprachen sich für die Ausarbeitung neuer Modelle aus. Damit ist das Ziel, eine Reform bereits zur Saison 2028/2029 umzusetzen, geplatzt.

„Das Versäumnis liegt klar auf der Seite der Arbeitsgruppe“, poltert Kern, dessen Worte die Frustration vieler Fußballfunktionäre widerspiegeln. Er kritisiert die fehlende Bereitschaft, alternative Lösungen wie eine 3. Liga mit 22 Teams oder sein eigenes Zwei-Phasen-Modell ernsthaft zu diskutieren. Stattdessen habe man kurz vor der Abstimmung die Rahmenbedingungen geändert, was zu einem Boykott einiger Vereine geführt hat. Rostock beispielsweise verzichtete auf die Teilnahme, um gegen die Manipulation des Prozesses zu protestieren.

Die kurzfristige Änderung des Kompass-Modells von 20 auf 18 Teams habe die Grundlagen, die monatelang diskutiert wurden, ausgehebelt. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Reformpolitik in ein Machtspiel abgedriftet ist. Aber was bedeutet das konkret für die Zukunft des deutschen Fußballs? Die Antwort ist unklar. Die Ergebnisse werden nun mit dem DFB erörtert, aber ob sich daraus eine tragfähige Lösung ergibt, bleibt abzuwarten. Die Fans der Regionalliga müssen sich wohl noch auf weitere Zündler und unklare Perspektiven einstellen.

Die aktuelle Situation wirft ein schlechtes Licht auf die Professionalität und das Engagement der Beteiligten. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen aus ihren Fehlern lernen und endlich eine Lösung finden, die den Bedürfnissen aller Vereine gerecht wird. Andernfalls droht der deutsche Fußball, in einem Strudel aus Reformversuchen und politischen Intrigen zu versinken.