Regionalliga-reform: eskaliert der machtkampf?

Der angestrebte Aufstieg in höhere Spielklassen scheint in der Regionalliga in einem zunehmend unübersichtlichen Nebel aus Vorwürfen und Strategieänderungen zu versinken. Ein Tag nach dem überraschenden Solo-Auftritt des Bayerischen Fußballverbands (BFV) schlägt nun der Geschäftsführer des Chemnitzer FC, Tommy Haeder, Alarm – und wirft dem BFV eine gezielte Torpedierung des Reformprozesses vor.

Ein unerwarteter einmarsch ins spielfeld

Die Suche nach einer tragfähigen Lösung für die komplizierten Aufstiegsregelungen in den Regionalligen, die vom DFB initiiert wurde, schien sich zuletzt in zwei vielversprechenden Modellen zu kristallisieren. Doch der BFV durchbrach diese fragile Einigkeit am Dienstag mit einem eigenen Modellvorschlag und der Gründung einer dafür eigens geschaffenen Arbeitsgruppe. Dieser Schritt, der einem Rückschlag gleichkommt, gefährdet nun die ohnehin angespannte Reform.

Tommy Haeder, der als Sprecher der Initiative „Aufstiegsreform 2025“ fungiert, zeigte sich am Mittwoch in einem Gespräch mit dem MDR fassungslos: „Wir sind über diesen Vorstoß mehr als verwundert. Besonders, weil dieses Modell bereits seit einiger Zeit im Gespräch war – und offenbar parallel zu den Verhandlungen des DFB kursierte.“

Das Kernproblem liegt auf der Hand: Warum wurde dieser Vorschlag nicht in die DFB-Arbeitsgruppe eingebracht und dort offen diskutiert? Haeder vermutet, dass hier gezielt versucht wird, den Reformprozess zu behindern. „Es wirkt wie eine gezielte Nebelkerze, die den Blick auf die eigentlichen Probleme verstellt.“

Zusammenhalt statt zirkus

Zusammenhalt statt zirkus

Stattdessen plädiert der CFC-Boss für einen stärkeren Zusammenhalt und eine klare Linie. „Wir sollten uns auf das konzentrieren, was jetzt auf dem Tisch liegt. Alles andere führt nur dazu, dass der Prozess einer Regionalliga-Reform zerfällt. Das ist schlichtweg nicht akzeptabel.“ Die Zeit drängt, denn die anhaltende Unsicherheit rund um die Aufstiegsmodalitäten belastet die Klubs und die gesamte Liga.

Die Debatte um die Regionalliga-Reform ist längst zu einem Dauerbrenner geworden, der das Vertrauen in die sportliche Integrität und die Transparenz des Verbands erschüttert. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die Zeichen der Zeit erkennen und einen konstruktiven Weg aus dieser Schlammschlacht finden – bevor der Ruf nach frischen Wahlen in den Verbänden lauter wird.