Regionalliga-reform: chaos in nrw – wer steigt wirklich auf?

Die Debatte um die Regionalliga-Reform in Nordrhein-Westfalen spitzt sich zu. Während der DFB und die Vereine eine Lösung suchen, um allen Meistern den Aufstieg in die 3. Liga zu ermöglichen, herrscht in der Regionalliga West Verwirrung und Uneinigkeit. Die von einer Arbeitsgruppe vorgelegten Modelle – „Kompass“ und „Regionen“ – stoßen auf unterschiedliche Reaktionen und gefährden eine schnelle Einigung.

Kürzere wege oder regionale identität?

Kürzere wege oder regionale identität?

Das sogenannte „Kompass-Modell“ verspricht kürzere Anfahrtswege und somit geringere Kosten für Vereine und Fans. Attraktive Nachbarschaftsduelle würden entstehen, doch der Preis dafür könnte hoch sein. Klubs wie Paderborn, Lotte und Gütersloh würden plötzlich in der Regionalliga Nord spielen – ein herber Schlag für die westfälische Fußballlandschaft. Im Gegenzug würden Teams aus Steinbach Haiger oder Eintracht Trier in der West-Staffel antreten.

Das „Regionen-Modell“ hingegen versucht, die bestehenden Strukturen zu erhalten. Doch auch hier gibt es Stolpersteine. Insbesondere die Regionalliga Nordost sieht ihre Existenz bedroht, da eine Aufteilung in Nord und Ost angedroht wird. „Jeder weiß, dass eine Aufspaltung des NOFV für uns nicht infrage kommt. Das ist ein Affront gegenüber unserem Verband“, so Hermann Winkler, Chef des NOFV, unmissverständlich.

Die Meinungen innerhalb der Regionalliga West gehen weit auseinander. Der FC Gütersloh steht dem „Regionen-Modell“ näher, während die Sportfreunde Siegen sich klar zum „Kompass-Modell“ bekennen. „Es bringt innovative Neuerungen und interessante Begegnungen mit sich“, argumentieren die Siegener. Auch Rot-Weiß Oberhausen setzt sich für die „Kompass“-Variante ein. Andere Vereine, wie der Bonner SC, wollen sich erst noch ein umfassendes Bild machen und beide Modelle prüfen.

Helmut Delker, Vorstandsmitglied des FC Gütersloh, fasst die Gemütslage prägnant zusammen: „Eine Lösung sollte den Viertliga-Fußball in Deutschland 'befrieden'. Aus unserer Sicht erfüllt keines der beiden Modelle diese Voraussetzung.“ Die Informationsveranstaltung in Bonn soll Klarheit schaffen, doch die endgültige Entscheidung des WDFV steht noch aus. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Vereine auf einen Kompromiss einigen können oder ob die Regionalliga-Reform zu weiteren Konflikten führen wird. Die Fans dürfen sich eines nicht wünschen: eine weitere Zerrissenheit in einer Liga, die eigentlich für sportliche Begeisterung stehen sollte.