Regionalliga-reform: chaos in nrw – kommt jetzt die spaltung?
Dortmund – Die Debatte um die Reform der Regionalligen in Deutschland brodelt weiter, und in Nordrhein-Westfalen scheint ein Patt zu herrschen. Während der DFB und die Verbände eine Lösung anstreben, um allen Meistern den Aufstieg in die 3. Liga zu ermöglichen, stehen die Vereine im Westen vor einer Zerreißprobe. Zwei Modelle liegen auf dem Tisch, spalten die Meinungen und drohen, die regionale Fußballlandschaft weiter zu verunsichern.
Das „kompass“-modell: kürzere wege, neue rivalen
Die Arbeitsgruppe des DFB präsentierte Ende März zwei Varianten: das „Kompass“-Modell und das „Regionen“-Modell. Das „Kompass“-Modell setzt auf kürzere Distanzen und somit geringere Reisekosten für Teams und Fans. Die Idee ist, Vereine anhand der kürzesten Reiseentfernung in vier Ligen zu verteilen. Das verspricht attraktive Nachbarschaftsduelle, birgt aber auch die Kehrseite: Klubs wie Paderborn, Lotte und Gütersloh würden plötzlich nicht mehr im westlichen Umfeld spielen, sondern in der Regionalliga Nord, was für viele ein herber Schlag wäre. Im Gegenzug kämen Mannschaften wie Steinbach Haiger oder Eintracht Trier neu in die West-Staffel. Eine interessante, aber nicht unumstrittene Neuordnung.

Das „regionen“-modell: ein affront für den nordosten
Das „Regionen“-Modell berücksichtigt die bestehenden Strukturen stärker und trifft die Regionalliga Nordost besonders hart. Hier droht eine Aufspaltung in Nord und Ost, was von Verbandsboss Hermann Winkler als „Affront“ abgelehnt wird. „Jeder weiß, dass eine Aufspaltung des NOFV für uns nicht infrage kommt“, betonte er gegenüber dem kicker. Die Meinungen in der Regionalliga West sind geteilt: Der FC Gütersloh tendiert leicht zum „Regionen“-Modell, während die Sportfreunde Siegen sich klar zum „Kompass“-Modell bekennen, da es „innovative Neuerungen und interessante Begegnungen“ verspricht.
Rot-Weiß Oberhausen hat sich ebenfalls für die „Kompass“-Variante ausgesprochen, während der Bonner SC beide Modelle genau unter die Lupe nimmt. Die Entscheidung ist alles andere als einfach, denn beide Modelle haben Vor- und Nachteile. Der VfL Bochum mit seiner U23-Mannschaft wird auf die Ergebnisse der Informationsveranstaltung im Bonner Raum warten, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Der WDFV verweist ebenfalls auf die kommende Veranstaltung und betont, dass eine Entscheidung erst nach ausführlicher Diskussion mit den Vereinen fallen wird.
Die Reform der Regionalligen ist somit ein komplexes Thema, das die Vereine in NRW spaltet und die Zukunft des regionalen Fußballs ungewiss macht. Ob eine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann, bleibt abzuwarten. Fest steht: Es wird Leidtragende geben.
