Redding feindet spanische motogp-piloten – und schießt daneben

Scott Redding, einst Hoffnungsträger im MotoGP-Paddock, hat sich in einem aktuellen Podcast-Interview mal wieder in einen Kommentar-Krieg verwickelt. Sein Ziel: spanische MotoGP-Piloten. Und das, obwohl er selbst dank spanischer Teams den Sprung in die Königsklasse schaffte. Ein fragwürdiges Dankbarkeitsgefühl, das nicht nur im Netz für Unmut sorgt.

Reddings lange geschichte des grolls

Die Geschichte von Redding und den spanischen Fahrern ist lang und von Rivalität geprägt. Der Brite, der im CEV (Campeonato de España de Motociclismo) seine ersten Erfolge feierte, scheiterte mehrfach an seinen spanischen Konkurrenten. Dieser Groll scheint sich bis heute auszuleben, wie seine jüngsten Aussagen belegen.

Besonders Álvaro Bautista, der mit Ducati zweimal die Superbike-Weltmeisterschaft gewann – ein Erfolg, dem Redding mit derselben Maschine verwehrt blieb –, zog die Wut des Briten auf sich. Der Versuch, Bautista durch eine Mindestgewicht-Regel zusätzlich zu benachteiligen, scheiterte ebenfalls, während sein damaliger BMW-Teamkollege Toprak Razgatlıoğlu im ersten Jahr den Titel holte. Ein bitterer Nachgeschmack, der offenbar noch immer nagt.

Nun, nach seinem Wechsel ins britische Superbike-Championat (BSB), wo er bereits 2019 den Titel gewann, scheint Redding sich auf das Fahren zu konzentrieren – zumindest gibt er das so an. „Ich habe Spaß und kümmere mich nicht, ob ich erster oder fünfter werde. Ich habe gegen die Besten in der MotoGP gefahren und muss nichts mehr beweisen“, so Redding im Podcast „Full Chat“.

Rins

Rins' leistung unter beschuss – und ein politischer keil

Doch die Ruhe währt nicht lange. Redding ließ es auch nicht bei alten Rivalitäten bewenden und griff nun aktuelle MotoGP-Piloten an. Besonders Alex Rins, der bei Yamaha unter Vertrag steht, zog seine harsche Kritik auf sich. „Er ist ein guter Pilot, aber er hat viele Verletzungen und ist nicht konstant“, wetterte Redding. Und fügte dann, mit einem fragenden Unterton: „Warum ist er überhaupt noch da?“

Die Antwort, so Redding, liegt in der spanischen Nationalität von Rins. „Er sollte nicht dabei sein, aber er ist Spanier.“ Eine Aussage, die deutlich macht, dass hinter Reddings Kritik mehr als nur sportliche Bedenken stecken. Es scheint, er vermutet Vetternwirtschaft und politische Einflussnahme. Eine Behauptung, die schwerwiegende Vorwürfe impliziert.

Die aktuellen Ergebnisse der Yamaha-Piloten verstärken diesen Eindruck kaum: In Thailand beendete Rins das Rennen auf dem 15. Platz, Quartararo auf dem 14., Razgatlıoglu auf dem 17. und Miller auf dem 18. In Brasilien waren es Rins (14.), Quartararo (16.), Razgatlıoglu (17.) und Miller (DNS). Auch in den USA sah das Bild ähnlich düster aus.

Redding bemängelt zudem das Fehlen britischer Fahrer in der MotoGP-Klasse und sieht darin eine „wahre Verrücktheit“. Seine eigene Karriere, die trotz Erfolgen in der Moto2-Klasse und im Superbike-Weltcup nie den erhofften Durchbruch in der MotoGP brachte, scheint ihn zu verbittern.

Die Karriere von Scott Redding mag zwar im internationalen Vergleich ernüchternd verlaufen sein, doch seine ständigen Angriffe auf spanische Fahrer und seine zweifelhaften Äußerungen schaden seinem eigenen Ansehen. Statt als erfahrener Sportler zu gelten, wird er zunehmend als grantiger Nörgler wahrgenommen. Ein bitteres Ende einer vielversprechenden Karriere.