Real madrid: pérez schimpft stars nach bayern-debakel – droht umbruch?

München – Der Schock nach dem Ausscheiden gegen die Bayern saß noch in den Katakomben, als Real Madrids Präsident Florentino Pérez die Segel streichen ließ. In einer emotionalen Tirade stellte er die Mannschaft und das Trainerteam zur Rede, wie spanische Medien berichten. Die Worte des Präsidenten waren, so scheint es, wenig schmeichelhaft.

Ehrgefühl und konsequenzen: pérez’ appell an die stars

Ehrgefühl und konsequenzen: pérez’ appell an die stars

Pérez soll seine Spieler eindringlich an ihre Verantwortung und das Privileg erinnert haben, das weiße Trikot von Real Madrid zu tragen. Es sei eine Ehre, für diesen Verein zu spielen, und diese Ehre scheine in letzter Zeit verloren gegangen zu sein. Die Konsequenzen, so machte er deutlich, werden nicht ausbleiben. Ein radikaler Umbruch im Kader der kommenden Saison ist bereits jetzt wahrscheinlich.

Dabei ist die Situation kaum zu übersehen: Real Madrid – ein Verein, der seit Jahrzehnten für Erfolg steht – hat mit einem Kader von unglaublichen 1,34 Milliarden Euro erneut titellos dastehen. Das zweite Jahr in Folge ohne Pokal. Ein fast schon peinliches Bild für einen Verein, der sonst so für Glanz und Gloria steht. Der Name mag königlich sein, aber das Spiel entspricht längst nicht mehr diesem Anspruch.

Real Madrids Philosophie war schon immer, die besten Spieler der Welt zu holen. Doch Talent allein macht noch kein starkes Team. Es scheint, als würden Egos und individuelle Ambitionen den Teamgeist untergraben – und so scheitern auch regelmäßig die Trainer an diesem Problem. Xabi Alonso wurde nach nur 19 Liga-Spielen entlassen, weil Stars wie Vinicius, Mbappé und Co. seine Spielphilosophie ablehnten. Wo bei anderen Top-Klubs der Verein im Vordergrund steht, scheint dieses Prinzip bei Real Madrids Superstars ausgehöhlt.

Auch Álvaro Arbeloa hatte nie die volle Kontrolle über die Mannschaft. Seine Entlassung ist, angesichts des fehlenden Erfolgs, unausweichlich, auch wenn er stets unter schwierigen Bedingungen agierte. Er ist der Leidtragende einer Situation, die über seine Person hinausgeht.

Der Trotz und die Theatralik: Doch die Probleme von Real Madrid gehen weit über die Frage der taktischen Ausrichtung hinaus. Der Boykott der Ballon d’Or-Gala, die theatralische Spielweise einiger Stars wie Vinicius Jr., der jede Gelegenheit nutzt, um sich fallen zu lassen oder den Gegner zu provozieren – all das hat dem Verein viel Sympathie gekostet. Die unsäglichen Aussetzer, wie beispielsweise Antonio Rüdigers Kopf-ab-Geste, sind schlichtweg unprofessionell und inakzeptabel. Vorbilder sind diese Spieler wahrlich nicht.

Die Pleite gegen die Bayern kann jedoch auch ein notwendiger Weckruf sein. Real Madrid muss sich verändern, und zwar grundlegend. Es wäre zu wünschen, dass einige dieser Egos den Verein verlassen würden, um Platz für eine neue Mentalität zu schaffen. Dann könnte der Verein wieder zu dem größten – und vor allem sympathischsten – Verein der Welt werden. Dafür müssen jedoch Köpfe rollen, und zwar nicht nur auf dem Platz. Die gesamte Vereinsführung muss sich kritisch hinterfragen, insbesondere der Präsident, der diese egozentrische Strategie über Jahre hinweg unterstützt hat. Ein echter Neuanfang muss in der Chefetage beginnen.