Rayo vallecano schlägt samsunspor und träumt laut vom titel in leipzig
Vallecas rappelt sich
auf. Der Rayo Vallecano hat Samsunspor aus der Conference League gekickt und schon morgen kommt mit AEK Athen der nächste Prügelknabe. Iñigo Pérez spricht erstmals offen vom Pokal – und meint es ernst.700 Griechen werden vallecas zum kochen bringen
Mehr als 700 AEK-Fans landen am Mittag in Madrid. Die Polizei bereitet sich auf eine hitzige Nacht vor, denn die Athener Ultra-Gruppen gelten als unberechenbar. Rayo-Kapitän Óscar Trejo will sie mit einem frühen Tor zum Schweigen bringen: „Wenn wir in der ersten Viertelstunde treffen, explodiert unser Stadion.“ Die Zahlen sprechen für ihn: Rayo erzielte in dieser Saison acht von zwölf Heimtoren vor der 30. Minute.
Die Quadratur des Kreises heißt Ilias. Der Flügelflitzer fehlte vier Wochen mit einem Muskelfaserriss, trainierte aber seit Montag wieder voll mit. Pérez bestätigte seine Nominierung: „Er kann uns aus dem Stand die entscheidende Dribbelung liefern.“ Ohne ihn schwächelte die Balleroberung auf dem linken Flügel auf 43 Prozent – mit ihm kletterte die Quote vor seiner Verletzung auf 61 Prozent.

Standards werden den unterschied machen
Rayo und AEK treffen sich auf Augenhöhe, weil beide Teams ihre Stärken aus ruhenden Bällen ziehen. Die Spanier erzielten 38 Prozent ihrer Tore nach Ecken oder Freistößen, die Griechen sogar 42. Pérez ließ seine Schützlinge deshalb gestern 45 Minuten lang nur Varianten am ersten Pfosten einstudieren. Bebé schoss dabei zweimal den Ball aus 27 Metern ins Kreuzeck – ein Warnschuss Richtung Athen.
Die psychologische Komponente ist gewaltig. Erstmals seit 2001 steht Rayo wieder im Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs. Pérez redet das Thema Titel nicht mehr klein: „Wir haben jetzt fünf Finalspiele. Wer das nicht zulässt, hat hier nichts verloren.“ Sein Co-Trainer Roberto González verteilte im Trainingslager Fotos des Leipziger Stadions – mit dem Datum 28. Mai 2025.
Die Ausgangslage ist klar: Ein torloses Remis nützt niemandem. AEK muss gewinnen, um das Rückspiel zu entlasten, Rayo will vor heimischem Publikum die Weichen stellen. Die Wette: Wer morgen zuerst trifft, wird auch in Piräus überleben. Die Buchmacher sehen die Spanier leicht vorne – Tipp 1 liegt bei 2,20 –, doch Pérez warnt: „In Athen wartet ein Kessel, der selbst Salzburg schon verbrannt hat.“
Vallecas schläft nicht. Die Bars um die Calle de Payaso Fofó haben bis 5 Uhr geöffnet, die Megafons sind geladen. Rayo trägt sein seltenes schwarzes Auswärtstrikot, weil die Spieler darin noch nie ein europäisches Heimspiel verloren haben. Das letzte Wort behält Pérez: „Wir haben nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Wenn wir morgen den ersten Schritt machen, folgt Leipzig.“ Fakt ist: Seit 17 Jahren wartet kein spanischer Klub mehr auf einen internationalen Titel. Rayo will die Durststrecke beenden – und mit 700 griechischen Stimmen im Rücken klingt das gar nicht verrückt.
