Rayo vallecano: ein ewiger zweiter im europäischen fußball

Leipzig – Der Fußball kennt seine eigenen, gnadenlosen Gesetze. Für den Rayo Vallecano endete die Europa Conference League in einer bitteren Niederlage gegen Crystal Palace. Doch diese Niederlage reiht den Verein in eine traurige, aber auch irgendwie glorreiche Riege ein: die der ewigen Zweiten, deren Geschichte von verpassten Chancen und unvergesslichen Momenten erzählt.

Ein schicksalskreis, der viele spanische klubs betrifft

Ein schicksalskreis, der viele spanische klubs betrifft

Sieben Klubs aus Spanien haben bereits den Weg in eine europäische Endspielpartie gefunden, nur um am Ende mit leeren Händen dazustehen. Eine Schmach, die sich tief in die Vereinsgeschichte eingeätzt hat und die Hoffnung auf eine Wiedergutmachung oft im Sande verlaufen lässt. Der Rayo Vallecano ist nun der jüngste Zuwachs zu dieser illustren, aber unglücklichen Gemeinschaft.

Allen voran sticht hier der FC Valencia hervor. Zwei aufeinanderfolgende Champions-League-Finales im Jahr 2000 und 2001 – eine Ära geprägt von Spielern wie Mendieta, Kily González und Cañizares. Doch sowohl das Finale in Saint-Denis gegen den Real Madrid als auch das Penaltyspiel gegen den FC Bayern in Mailand endeten in der Enttäuschung. Die Erinnerung an diese verlorenen Chancen lastet noch immer schwer auf den Fans in Mestalla.

Auch der Athletic Club Bilbao kennt dieses Gefühl. 1977 unterlag man der Juventus Turin knapp, und 2012 wurde man von Atlético Madrid mit Falcao im Sturm überrollt. Der Espanyol verlor gleich zweimal das UEFA-Cup-Finale, jeweils im Elfmeterschießen gegen Bayer Leverkusen (1988) und Sevilla (2007). Der FC Mallorca verpasste 1999 die Chance, den UEFA-Pokal zu gewinnen, als man gegen Lazio Rom verlor. Und dann ist da noch Alavés, dessen Finalspiel von 2001 gegen den FC Liverpool in Dortmund als eines der besten in der Geschichte des Wettbewerbs gilt – ein Spiel, das bis zur 89. Minute ein 4:4 erlebte, bevor ein Eigentor die Träume zunichtemachte.

Die Besonderheit des Rayo Vallecano: Anders als viele andere Klubs in dieser traurigen Liste war es für den Rayo Vallecano die erste und bisher einzige Finalteilnahme. Es gab keine Chance auf eine Revanche, keine Erfahrung, die die bittere Niederlage abmildern konnte. Nur das Gewicht des 1:0, der lange Rückweg nach Hause und die Gewissheit, dass diese Geschichte nun für immer in den Annalen des Vereins verbleiben wird.

Die Bilder von Isi Palazón, der Tränen der Enttäuschung, der Abschied vom Crystal Palace – all das sind Momente, die den Rayo Vallecano für immer mit dieser besonderen Art von Schmerz verbinden werden. Doch auch wenn der Pokal in dieser Saison nicht nach Vallecas ging, so hat der Verein bewiesen, dass er zu den europäischen Spitzenklubs gehört. Und wer weiß, vielleicht schreibt die Geschichte eines Tages ein anderes Kapitel.

Die Zahlen lügen nicht: Sieben Klubs, sieben verpasste Chancen, sieben Geschichten ohne Happy End. Eine Mahnung daran, dass im Fußball nicht immer die Besten gewinnen, sondern manchmal einfach nur diejenigen, denen das Glück hold ist.