Giro d'italia: narváez auf sprung – dolomiten-test vor dem finale!

Die 18. Etappe des Giro d'Italia wirft ihre Schatten voraus: 171 anspruchsvolle Kilometer von Fai della Paganella nach Pieve di Soligo, die die Ausgeglichenheit der Fahrer auf eine harte Probe stellen werden. Nach den Strapazen der vergangenen Wochen gilt es, sich für die finalen Höhenmeter in den Dolomiten zu positionieren – und ein gewisser Jonathan Narváez könnte sich hier bereits entscheidend in Szene setzen.

Ein tag für ausreißer und taktische kniffe

Das Profil der Etappe schreit förmlich nach einer Fluchtgruppe. Doch die Nähe zum Ziel birgt eine tückische Falle: Der Muro di Ca’ del Poggio. Dieser Anstieg, gerade mal 1,1 Kilometer lang, aber mit einer durchschnittlichen Steigung von satten 12,3 Prozent, stellt eine echte Hürde dar. Die Rampen erreichen an einigen Stellen bis zu 19 Prozent – ein harter Brocken, der das Feld spalten und die Entscheidung herbeiführen könnte. Ob eine Ausreißergruppe ihre Chance nutzt oder ein Sprint-Finale um den Etappensieg ausgetragen wird, hängt von der Tagesform und der taktischen Ausrichtung der Teams ab.

Jonathan Narváez, der bereits drei Etappen dieses Giro für sich entscheiden konnte, präsentiert sich als der Mann, der in diesem chaotischen Rennen am besten platziert ist. Der Ecuadorianer hat die maglia ciclamino, das Sprintertrikot, bereits in der letzten Woche erobert und scheint fest entschlossen, es bis nach Rom zu verteidigen. Er versteht es, sich in den entscheidenden Momenten zu positionieren und seine Sprinterfähigkeiten auszuspielen – ein Vorteil, den er am Dienstag nutzen will.

San pietro di feletto: eine legende kehrt zurück

San pietro di feletto: eine legende kehrt zurück

Doch der Muro di Ca’ del Poggio ist nicht der einzige Berg, der die Fahrer vor eine Herausforderung stellt. Bereits kurz vor dem Ziel thront der legendäre San Pietro di Feletto (Treviso). Dieser Anstieg, seit 2010 unter diesem Namen bekannt, hat sich zu einem Mythos entwickelt und reiht sich in die Riege der europäischen Klassiker wie den Kapelmuur und den Mur-de-Bretagne ein. Seine kurzen, aber steilen Rampen werden den Fahrern alles abverlangen.

Theoretisch sollte die Etappe für die Gesamtklassementfahrer ein relativ ruhiger Tag sein. Jonas Vingegaard hat seine Dominanz bereits unter Beweis gestellt und scheint unaufhaltsam auf den Gesamtsieg zuzusteuern. Die Frage, die sich nun stellt, ist nicht, ob er den Sieg davontragen wird, sondern ob er in der Lage sein wird, die sechs Etappen zu gewinnen, die Tadej Pogacar im Jahr 2024 für sich beanspruchte. Eine gewaltige Aufgabe, die Vingegaard jedoch mit seiner außergewöhnlichen Konstanz und seinem taktischen Geschick in Angriff nehmen wird.

Die Spannung steigt, die Dolomiten rufen – und Jonathan Narváez scheint bereit, dem Giro d'Italia einen weiteren, unvergesslichen Tag zu bescheren. Die Ausgänge sind vielfältig, doch eines ist klar: Dieser Tag wird die Kräfteverhältnisse neu ordnen und die Entscheidung für den Gesamtsieg weiter verzögern.