Rathan-mayes-debatte: pesic rastet sich – und wirft fragen auf

Die Stimmung im Bayern-Lager ist alles andere als euphorisch. Während die Mannschaft um den Titel in der Bundesliga kämpft, überschatten intern Spannungen die Vorbereitung auf das Finale gegen Alba Berlin. Im Zentrum des Wirbelstils: Der kanadische Spielmacher Xavier Rathan-Mayes, dessen Rolle in der Finalserie abrupt zu enden scheint.

Ein disput, der das team spaltet

Ein disput, der das team spaltet

Nach einer starken Halbfinal-Serie gegen Bonn, in der Rathan-Mayes mit durchschnittlich 19 Punkten glänzte, ist der Guard in den vergangenen Spielen praktisch unsichtbar. Der Grund: Ein öffentlich ausgetragener Disput mit Bayern-Coach Svetislav Pesic nach dem ersten Finalspiel. Seitdem sitzt Rathan-Mayes auf der Bank und beobachtet seine Kollegen. Ein Szenario, das die Fans und Experten gleichermaßen überrascht.

Nach dem Auswärtssieg gegen Alba am Mittwoch wurde Pesic auf die Situation angesprochen. Seine Reaktion lässt sich wohl kaum als diplomatisch bezeichnen. „Was soll ich sagen? Sie haben mich auch nicht gefragt, warum der andere gespielt hat“, entgegnete der 76-Jährige sichtlich gereizt. Statt eine Erklärung für die Nichtberücksichtigung Rathan-Mayes abzugeben, lenkte er das Gespräch ab und verteidigte seine Entscheidungen pauschal.

Die Frage, warum der Kanadier nicht spielt, scheint in der öffentlichen Wahrnehmung eine größere Rolle zu spielen als für den Coach selbst. „Warum werde ich nicht gefragt: Coach, können Sie erklären, warum Sie gewonnen haben? Nie!“, wetterte Pesic weiter, wobei er die Debatte um Rathan-Mayes fast schon vergaß. Seine Ausführungen, die minutenlang andauerten, zeigten ein unerschütterliches Feuer, das man einem Trainer seines Alters eigentlich nicht mehr erwartet.

Alba-Coach Pedro Calles versuchte zwar, die angespannte Atmosphäre zu entschärfen, doch Pesic ließ sich nicht beirren. Er schwärmte von der „exzellenten Atmosphäre“ und dem „Spektakel“, das die Spiele boten, und betonte, dass seine Mannschaft „bis zum Umfallen kämpfe“. Ein typischer Pesic – lautstark, leidenschaftlich und wenig geneigt, Kompromisse einzugehen.

Dabei ist es umso bedauerlicher, dass der erfahrene Coach nach dieser Saison seine Trainerkarriere beenden wird. Ein Abschied, der wohl mit einer weniger kontroversen Abschlussbilanz hätte gefeiert werden können. Die Frage bleibt: Wird Rathan-Mayes in den kommenden Spielen noch eine Rolle spielen? Oder ist der Disput mit Pesic endgültig entschieden?