Rassistische schmähungen im stadion: kataloniens sportminister fordert konsequenzen!

Scham und Empörung in Barcelona: Während des Freundschaftspartiels zwischen Spanien und Ägypten kam es im RCDE Stadium zu widerlichen rassistischen Ausrufen. Der katalanische Sportminister Berni Álvarez reagierte mit scharfer Kritik und forderte umgehend die Aktivierung der entsprechenden Protokolle – eine Forderung, die offenbar zu spät kam.

Ein „schockierendes“ ambiente und verpasste warnzeichen

Álvarez, der das Spiel als Ehrengast verfolgte, beschrieb die Atmosphäre als „schockierend“ und sprach von einem „seltsamen“ Beginn des Spiels. Bereits das Pfeifen beim ägyptischen Nationalhymne deutete auf eine eskalierende Situation hin, die in islamophobe Schmähungen mündete. Der Vorfall, bei dem Teile der Zuschauerränge den Ausruf „Muslimer, der nicht abprallt, ist“ skandierten, traf den Minister persönlich und löste seine Entrüstung aus. Er beobachtete, wie die Situation sich immer weiter zuspitze, ohne dass eine Reaktion erfolgte.

„Ich habe die Verantwortlichen der spanischen und katalanischen Fußballverbände aufgefordert, die Protokolle zu aktivieren. Ich habe ihnen klar gesagt, dass ich gehen würde, wenn sie das nicht tun“, erklärte Álvarez in Interviews mit Catalunya Ràdio und SER Catalunya. Erst nach seinem Intervention kam es zur Aktivierung, was er als zu langsam empfand. „Solche Verhaltensweisen müssen von Beginn an mit Nachdruck unterbunden werden. Bei Wiederholung hätte das Spiel abgebrochen werden müssen!“

Die Tatsache, dass der georgische Schiedsrichter Georgi Kabakov die Ausrufe nicht verstand, wird von Álvarez nicht als Entschuldigung akzeptiert. „Der Schiedsrichter und die Spieler sind auf das Spiel konzentriert, aber jemand hätte alarmieren müssen – vor allem auf operativer Ebene, um eine weitere Eskalation zu verhindern.“

Fußball als aufzug für rechtsextreme?

Fußball als aufzug für rechtsextreme?

Álvarez sieht in dem Vorfall nicht nur ein isoliertes Ereignis, sondern eine besorgniserregende Entwicklung. „Leider wird der Fußball immer mehr zu einem Nischenmarkt für rechte Gruppierungen und einem Vehikel für Hassreden. Das müssen wir stoppen.“ Er betonte, dass bereits seit längerem gemeinsam mit der RFEF und LaLiga an Lösungen gearbeitet wird, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Er betonte, dass der Vorfall nichts mit dem Espanyol-Klub selbst zu tun habe und äußerte die Hoffnung, dass die FIFA die Ereignisse angemessen sanktioniert.

Ob die Vorfälle die katalanischen Ambitionen, den Spotify Camp Nou und das RCDE Stadium als Austragungsorte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 zu präsentieren, gefährden könnten, betrachtet Álvarez verhalten. „Wir sind auf dem richtigen Weg und können uns als Vorbild präsentieren, aber solche Situationen sind kontraproduktiv und erfordern Erklärungen.“ Dennoch ist er zuversichtlich, dass die Kandidatur erfolgreich sein wird – aber nur, wenn schnell und entschieden reagiert wird, um die Fähigkeit zur Reaktion auf internationale Organe wie die FIFA zu demonstrieren.