Rapid wien: thorup plantet kurs auf tabellenführung – und arbeitet weiter

Johannes Hoff Thorup hat Rapid Wien in eine Erfolgsserie geführt, doch der Däne sieht sich noch lange nicht am Ziel. Im kicker-Interview spricht er über die schwierige Anfangsphase, die dänische Jugendarbeit und seine ambitionierten Ziele in Wien – und warum es noch viel Luft nach oben gibt.

Der neustart und die entwicklung der mannschaft

Fünf Spiele ohne Niederlage, der Blick auf die Tabellenführung am Sonntag – wie hat Rapid das geschafft? Hoff Thorup antwortet nüchtern: „Wir haben hart gearbeitet, seit dem ersten Tag. Ich wusste, dass es schwierig sein würde, etwas in kurzer Zeit zu verändern. Man braucht Zeit, um seine Ideen umzusetzen. Der Sieg gegen den WAC hat uns den nötigen Push in die richtige Richtung gegeben.“ Er betont aber auch: „Wir sind noch lange nicht auf dem Level, das dieses Team erreichen kann. Aber ich hoffe und glaube, dass jeder sieht, was wir versuchen und wie gut wir wirklich sein können.“

Von ried nach april: eine geduldsprobe

Von ried nach april: eine geduldsprobe

Der Start war alles andere als einfach, die 0:3-Niederlage in Ried schien ein Vorgeschmack auf eine lange Saison. Doch Hoff Thorup blieb gelassen: „Für das Cup-Spiel waren wir wohl nicht zu 100 Prozent bereit. Aber ich habe nicht geglaubt, dass wir erst im April und Mai gute Ergebnisse einfahren können – das mussten wir ohnehin.“ Er setzt auf eine kontinuierliche Entwicklung und räumt ein, dass Leistungsschwankungen normal sind. „Wir haben ja auch Spiele gewonnen, in denen wir nicht gut waren.“

Fitness, pressing und balance: die nächsten schritte

Fitness, pressing und balance: die nächsten schritte

Trotz der positiven Entwicklung sieht Hoff Thorup noch viel Verbesserungspotenzial. „Nach dem Sieg gegen den LASK haben wir festgestellt, dass wir in puncto Fitness, Pressing und Balance noch zulegen müssen.“ Warum wählte er genau diesen Zeitpunkt, um diese Kritik zu äußern? „Ich bin immer kritisch, weil wir kontinuierlich an unseren Sachen arbeiten wollen. Gute Ergebnisse dürfen uns nicht zufriedenstellen, sondern motivieren, noch besser zu werden. Das war schon immer mein Ansatz als Coach.“

Die kader-planung: ein spielstarker sechser fehlt

Die kader-planung: ein spielstarker sechser fehlt

Die Suche nach Verstärkung läuft auf Hochtouren. Hoff Thorup räumt ein, dass das zentrale Mittelfeld derzeit Schwächen aufweist: „Wir haben Romeo Amane, Lukas Grgic und Matthias Seidl, aber dahinter wird es schon eng. Wir benötigen mehr Spieler, die um diese Positionen kämpfen. Vor allem suchen wir einen spielstarken Sechser, der unserer Spielweise gut zu Gesicht stünde.“

Yusuf demir: geduld und vertrauen

Yusuf demir: geduld und vertrauen

Auch bei Yusuf Demir wird Hoff Thorup geduldig bleiben. „Wir haben einen langfristigen Plan mit ihm. Er braucht Zeit, um seinen Körper in den Griff zu bekommen. Wenn ich seine Fähigkeiten am Ball sehe, könnte er schon heute für uns spielen – allerdings vermutlich nur für 20 bis 30 Minuten.“

Die dänische jugendarbeit: ein vorbild für rapid?

Die dänische jugendarbeit: ein vorbild für rapid?

Hoff Thorup sieht in der dänischen Jugendarbeit ein Vorbild für Rapid. „Dänemark investiert massiv in die Akademien. Es braucht Investitionen, Engagement und eine offene Tür zur ersten Mannschaft. Wir müssen den jungen Spielern Einsatzminuten geben, wenn sie bereit sind. Das war in der Vergangenheit so und sollte in Zukunft wieder vermehrt der Fall sein.“

Die konkurrenz und die zukunft

Am Sonntag steht das Spitzenspiel gegen Sturm Graz an. Hoff Thorup blickt optimistisch in die Zukunft, warnt aber vor Selbstgefälligkeit: „Wir müssen das schaffen – und das gelingt nicht, indem man sich zurücklehnt. Wir müssen im Spiel mit dem Ball besser werden und in gewissen Phasen das Spiel länger kontrollieren. Außerdem müssen wir uns mehr Chancen erarbeiten sowie höher und besser pressen.“ Der Weg nach oben ist noch weit, aber Rapid ist auf dem richtigen Weg. Die nächste Generation steht bereit, um die Erfolgsgeschichte mitzuschreiben.