Raphinha fällt aus – barça droht der kollaps im april-marathon

Barcelonas goldener Flügel ist angeschlagen. Raphinha, der Mann, der gegen Newcastle noch fünf Mal direkt am Tor beteiligt war, zog sich im Testspiel Brasiliens gegen Frankreich eine Muskelverletzung zu. Die Nachricht traf die Ciutat Esportiva am späten Dienstagabend wie ein Blizzard im April.

Der zwischenfall in foxborough

Carlo Ancelotti tauschte seinen Kapitän zur Pause aus, nachdem Raphinha sich im Sprint das hintere Oberschenkel-Bündel verheddert hatte. „Er spielte stark, dann spürte er ein Ziehen“, sagte der Coach knapp. Der Spieler selbst verließ das Gillette Stadium mit deutlicher Hinken, die brasilianische Delegierung sprach von „Muskelreizung, Ausmaß unklar“. Das reicht, um in Katalonien die Kaffeemaschinen auf Hochlauf zu bringen.

Barça legte sofort Nachforderungen beim CBF vor: MRT-Termin innerhalb von 24 Stunden, Daten direkt an Dr. Ricard Pruna, den medizinischen Leiter der Blaugrana. Das Ergebnis soll heute Nachmittag eintreffen, doch schon jetzt ist klar: April wird zum Spagat.

Der zeitplan ist gnadenlos

Der zeitplan ist gnadenlos

Am 4. April gastiert Barça bei Atlético, drei Tage später folgt das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League – ebenfalls in Madrid. Dazwischen liegen nur 72 Stunden, das Rückspiel steht am 14. April fest, davor lockt noch das Derby gegen Espanyol. Ein Ausfall Raphinhas würde nicht nur die rechte Angriffsseite entzaubern, sondern auch die Balance zerreißen. Er ist Flicks Co-Kapitän, Presse-Anführer und mit elf Liga-Toren zugleich bester Torschütze des Kaders.

Der Plan B existiert: Lamine Yamal rückt links, João Félix oder Ferran Torres übernehmen rechts. Doch keiner von ihnen verbindet Ballgewinn, Pressing und Endprodukt so effizient wie der 29-Jährige. Seine 35 erwartete Tore plus Vorlagen in 39 Pflichtspielen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Systematik, die Barça derzeit nicht ersetzen kann.

Die angst vor dem domino

Die angst vor dem domino

Der Klub rechnet intern mit zwei bis drei Wochen Pause, sollte eine zweiten Grades Zerrung vorliegen. Dann wäre nicht nur das Atlético-Duell tabu, sondern potenziell auch das Halbfinale, falls Barça weiterkommt. Die sportliche Leitung um Deco hat bereits angefragt, ob der Spieler trotz Verdachts mit Chartermaschine zurückfliegen darf – das lehnte der Teamarzt ab. Stattdessen wird Raphinha heute in São Paulo untersucht, Ergebnis am Freitag. Bis dahin schraubt jeder im Trainingszentrum die Nachrichten runter, als könne man das Schicksal so beeinflussen.

Die Liga-Tabelle verspricht zwar eine Führung von sieben Punkten, doch April ist in Spanien traditionell der Monat der Patzer. Real wartet, Girona schleicht. Ohne Raphinhas Läufe und seine Standards wird aus sicherer Führung schnell ein offener Schlagabtausch. Barça kennt das aus den letzten Jahren nur zu gut: 2022 fiel Pedri, 2023 Gavi – beide Male platzte der Traum. Niemand im Camp Nou will ein Déjà-vu erleben.

Der Countdown läuft. Wenn die MRT-Bilder heute ein Mikrotrauma offenbaren, muss Flick seine komplette Offensive umbauen. Die Alternative: Yamal auf links, Raphinha rechts, das war die Formel für das 7:2 gegen Newcastle. Ohne ihn bleibt nur die Theorie, dass Talent Ersatz schafft. In der Praxis sieht es anders aus – und genau das macht Barças April-Marathon plötzlich zur Geduldsprobe auf höchstem Niveau.