Ramsey-fluch: stirbt wirklich jeder prominente nach seinen toren?
Die Fußballwelt ist voller Anekdoten und Mysterien, doch die Geschichte um Aaron Ramsey gehört wohl zu den bizarrsten. Der walisische Mittelfeldspieler, der kürzlich seine Karriere beendete, wird seit Jahren von einer unheimlichen Legende verfolgt: Angeblich stirbt nach jedem seiner Tore ein prominenter Mensch. Was einst als harmloser Witz begann, hat sich zu einem fast schon unheimlichen Phänomen entwickelt, das nun auch nach seinem Karriereende für Gesprächsstoff sorgt.
Der beginn der legende: ramsey und der tod
Die Gerüchte begannen bereits 2009, als Ramsey für das Nationalteam Wales gegen Liechtenstein traf und kurz darauf der spanische Journalist Andrés Montes verstarb. Zunächst ein Zufall, doch als ähnliche Ereignisse folgten, wuchs die Besorgnis – oder eher der morbide Unterhaltungswert – der Geschichte. Bei Arsenal, wo Ramsey einige Jahre spielte, häuften sich die vermeintlichen „Zusammenhänge“: Osama bin Laden, Steve Jobs, Muammar Gaddafi – die Liste der prominenten Persönlichkeiten, die nach Ramsey-Toren den Tod fanden, schien sich endlos zu verlängern.
Es ist natürlich nichts weiter als ein Zusammentreffen von Zufällen, wie Statistiker betonen. Eine sogenannte „Correlatio spuria non causat effectum“ – eine zufällige Korrelation verursacht keinen kausalen Zusammenhang. Dennoch hält sich die Legende hartnäckig. Ramsey selbst nahm die Sache mit Humor, kommentierte aber auch, er habe „schon ein paar Bösewichte aus dem Verkehr gezogen“, was die Spekulationen nur weiter anheizte.

Mehr als nur ramsey: fußball und flüche
Ramsey ist jedoch kein Einzelfall. Die Fußballwelt ist reich an Anekdoten über Flüche und Verfluchungen. Nehmen wir beispielsweise Bela Guttmann, den legendären Trainer von Benfica Lissabon. Nach einer gescheiterten Verhandlung über eine finanzielle Belohnung soll er 1962 einen Fluch ausgesprochen haben: „Solange ich lebe, wird Benfica nie wieder einen europäischen Titel gewinnen.“ Und tatsächlich: Benfica verpasste den Gewinn eines solchen Titels für Jahrzehnte.
Auch in England gibt es kuriose Geschichten. Die New York Metrostars (heute Red Bulls) wurden in den 90er Jahren von einem Fluch verfolgt, der angeblich mit der Vertreibung einer Gruppe von Roma aus ihrem Lager zusammenhing. Und dann ist da noch Harry Kane, der trotz seiner außergewöhnlichen Torquote immer wieder in entscheidenden Spielen scheiterte – ein weiteres Beispiel dafür, dass der Fußball manchmal mehr als nur ein Spiel ist.

Die „curse of caricola“ und die katzen von avellaneda
Die Geschichte von Nicola Caricola, einem Verteidiger der New York Metrostars, ist besonders bizarr. Sein Debütspiel endete mit einem umstrittenen Autogol, und die Mannschaft verlor das Spiel. Von diesem Moment an sprach man von der „Curse of Caricola“. Auch der Tottenham Hotspur FC erlebte lange Durststrecken, bis sie endlich die Europa League gewannen. Der argentinische Verein Racing Club Avellaneda erlebte nach dem Verstecken von toten Katzen im Stadion bei einem Intercontinental Cup-Finale eine lange Periode des Scheiterns.

Ramseys letzter treffer und emilio fede
Selbst nach seinem Abschied vom Fußball scheint die Ramsey-Fluch-Geschichte nicht enden zu wollen. Sein letztes Tor für die Pumas UNAM gegen Atlas wurde von dem Tod des italienischen Fernsehjournalisten Emilio Fede überschattet. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Zusammentreffens ist zwar gering, doch die Geschichte zeigt, wie schnell sich Gerüchte und Legenden verbreiten können.
Ob es sich nun um einen Fluch, eine bloße Zufallskette oder das Ergebnis cleverer Algorithmen handelt – die Ramsey-Fluch-Geschichte wird wohl noch lange die Gemüter bewegen und für Gesprächsstoff sorgen. Denn im Fußball, wie im Leben, gibt es mehr als nur Fakten – es gibt Geschichten.
