Racing santander feiert rückkehr in laliga mit empfang im rathaus

Der Real Racing Club ist zurück in der Elite – und die Stadt Santander hat ihren Helden eine Bühne gebaut. Auf der Treppe des Ayuntamiento empfing Bürgermeisterin Gema Igual Mannschaft, Trainerstab und Präsidium, um den Aufstieg in die Primera División nach 14 Jahren Dürre offiziell zu würdigen.

Manolo higuera: „dieser aufstieg gehört jedem einzelnen“

Präsident Manolo Higuera nutzte das Mikrofon, um sich bei Spielern, Trainern, Putzkraft und Kantinenpersonal gleichermaßen zu bedanken. „Ohne die Reservemannschaft, die uns in der Copa del Rey die Beine gerettet hat, ohne die Analysten, die Nächte durchgerechnet haben, ohne die Fans, die uns in Ponferrada bei minus fünf Grad angefeuert haben – ohne euch stehen wir heute nicht hier“, sagte er und musste mehrfach unterbrechen, weil die Menge „¡Sí se puede!“ skandierte.

Die Kapitänsbinde schwang dabei wie eine Fahne. Íñigo Sainz-Maza hatte sie sich nach dem Schlusspfiff in Elche nicht abgenommen, trug sie durch die Nacht, im Bus, beim Frühstück und nun ins Rathaus. „Ich wollte sie nicht aus der Hand legen, weil sie mir sagt: Das war kein Zufall, das war Arbeit“, erklärte der Defensivspezialist, bevor er die Trophäe in die Höhe riss – eine improvisierte silberne Schale, gefüllt mit Cidra, dem lokalen Apfelwein.

José alberto lobt die „12. mann“ als dna des clubs

José alberto lobt die „12. mann“ als dna des clubs

Trainer José Alberto López warf einen Blick zurück auf die Spielzeit 2025/26: 28 Siege, nur eine Heimniederlage, 72 Tore. „Aber die Statistik interessiert morgen keinen mehr“, sagte er. „Was bleibt, ist das Gefühl, dass wir eine ganze Region hinter uns hatten.“ Er erinnerte an die 4.000 mitgereisten Fans im Play-off-Hinspiel gegen Leganés, die trotz 0:2-Pausenrückstand sangen, bis die Lautsprecher versagten. „Ihr habt uns die Lungen geliehen, und wir haben zurückgegeben, was wir versprochen hatten: Erste Liga.“

Die Alcaldesa schloss den offiziellen Teil mit einem Satz, der sofort auf Shirts und Instagram-Storys landete: „Habéis hecho feliz a una ciudad entera.“ Dann übergab sie eine handgearbeitete Plakette – Holz von den Küstenkiefern von Somo, eingraviert das Stadion El Sardinero in Nachtansicht. Gegenleistung: ein Trikot mit der Nummer 24 und dem Aufdruck „Volvemos a casa“.

Die nacht danach: open-end in der calle castilla

Die nacht danach: open-end in der calle castilla

Nach dem Gruppenfoto – 87 Personen, drei Etagen, ein Selfie-Stick – verwandelte sich die Altstadt in eine einzige Karaoke-Bar. Spieler tanzten auf den Tresen, Fans schwenkten Fahnen aus dem Jahr 1950, und ein Rentner erzählte, wie er 1973 beim 4:0 gegen Barcelona auf der Südtribüne gestanden habe. „Damals war Santander reich, heute ist es glücklich“, sagte er und bestellte noch eine Runde Reineta-Äpfel, sortiert nach Größe der Vereinsnase.

Um 3:47 Uhr verließ der letzte Bus das Zentrum. Richtung El Sardinero. Das Stadion, das nächste Saison wieder Sonntagnachmittage um 16:15 Uhr erleben wird, statt Freitagabend in der Provinz. Die Lichter blieben an, bis der Morgen graute. Kein Polizeieinsatz, keine Glasscherben, nur Apfelweingeruch und ein Plakat, das an der Nordwand flattert: „Ahora sí, nosotros también existimos.“

Die Saison 2026/27 beginnt in 73 Tagen. Racing Santander wird in Mallorca eröffnen. Die Karten sind schon ausverkauft. Der Vorverkauf für das Heimspiel gegen Real Madrid startet morgen, 9 Uhr. Die Webseite des Clubs brach gestern dreimal zusammen. Die Warteschlange ist real, die Träume auch.