Quiles zerquetscht brasilien, aspar dominiert moto3 – indonesien feiert historisches podest

Maximo Quiles hat dem Hypetrain in der Moto3 keinen Bremsklotz mehr vor die Räder bekommen. Mitte Rio-Aprilia-Regen, 34 Grad Asphalt und ein Teamchef, der längst wieder zählt: Jorge Martinez’ Aspar-Box ist nach dem brasilianischen GP die Adresse der Stunde.

Der 17-jährige Spanier schaufelte sich nach Start-zwei – ja, wir hatten eine zweite Auflage – souverän die Führung, weil David Almansa vorher spektakulär flog. Drei Wochen nach Thailand hat Quiles die Revanche gelandet und die WM-Führung fest im KTM-Lenker.

Aspar-doppelschlag nach der roten flagge

13. Runde, Kurve acht: Almansa rutscht weg, die Reifenrauchwolke riecht nach Meisterschaftsverlust. Stattdessen erntet Teamkollege Marco Morelli die Fangnetze – der Argentinier fuhr hinterher, als hätte ihm Marquez persönlich die Linie diktiert. Zweiter Platz, erster Sudamerikaner auf dem Podest seit 2019. Aspar? Lächelt im Dreierpack: Erster und Zweiter, mehr geht nicht.

Die rote Flagge wegen Scott Ogden’s Highside zwingt zur Neustart – nur fünf Runden, aber volle Punkte. Almansa ist doppelt, bleibt in der Box. Quiles startet erneut vorne, Morelli nagelt sich an seine Heckschwinge, doch die Ampel fällt erneut für den Spanier. 0,147 Sekunden Vorsprung, die sich wie ein Kloß in Morelli’s Helm anfühlen.

Dahinter liefert Veda Pratama ein Manöver ab, das in Jakarta Feuerwerkskörper auslöst: Der Honda-Pilot aus Indonesien schiebt sich an Carpe und Pini vorbei – Platz drei, erster Podestplatz ever für den 1,3-Millionen-Inselstain in der Moto3. Fernsehstationen in Jakarta unterbrechen die Nachrichtensendung, WhatsApp-Gruppen kochen über.

Italiens hoffnung heißt guido pini – und reicht nur für rang fünf

Italiens hoffnung heißt guido pini – und reicht nur für rang fünf

Während Quiles im Parc fermé schon wieder von Marc Marquez gebührend in einen Schwitzkasten genommen wird, schraubt Guido Pini am Zeitplan. Sein fünfter Platz ist das beste italische Ergebnis des Wochenendes – mehr nicht. Die Alpenrepublik schaut in die Röhre, denn Farioli und Bertelle bleiben außerhalb der Top-15. Die Moto3 wird jünger, schneller – und offensichtlich südeuropäischer.

Die Tabelle nach zwei Rennen? Quiles führt mit 50 Punkten, Almansa bleibt trotz Crash bei 27, Morelli springt auf 20. Aspar hat 70 Zähler im Kasten – mehr als die Hälfte aller Teams zusammen. Die Saison ist noch jung, aber die Marschrichtung steht: Aspar will die Krone zurück, und KTM liefert das Schwert.

Jetzt heißt es Kaltwasser trinken für die Konkurrenz. In zwei Wochen rollt der Mugello – Aspalten, wo Aspar zuletzt 2015 jubelte. Die Zeichen stehen auf Remis oder erneute Offensive. Für Quiles ist Brasilien erst der Anfang – und für uns Journalisten ein Vorgeschmack auf einen Sommer, der nach Benzin und Dramatik riecht.